Fichte glaubte an eine gerechte Welt ohne Gott


Johann Gottlieb Fichte, Bild: wikimedia
Johann Gottlieb Fichte war ein deutscher Erzieher und Philosoph der deutschen Aufklärung. Vor 200 Jahren ist er gestorben. Sein Werk ist heute noch bedeutend, sagt der Philosoph und Schriftsteller Reinhard Knodt.

Von Günter BirkenstockDeutsche Welle

DW: Herr Knodt, Johann Gottlieb Fichte gilt als wichtiger oder sogar wichtigster Vertreter des Deutschen Idealismus. Was steckt hinter diesem philosophischen Fachbegriff?

Reinhard Knodt: Idealismus ist eigentlich schon die Erfindung Platos gewesen. Und normalerweise sagt man, es ist eine Anschauung, die davon ausgeht, dass das Gute, das Schöne und das Wahre nicht in der Welt vorgefunden werden kann, sondern dass das Ideen sind, damit auch allerhöchste Maßstäbe und dass unser Handeln und unsere Ideen an diesen Maßstäben ausgerichtet werden müsse, um uns voranzubringen.

Und wenn wir jetzt mal die Vergangenheit mit Plato hinter uns lassen, was bedeutete Idealismus zur Zeit Fichtes?

Zum Beispiel eine ganz pragmatische Sache: Fichte war der Überzeugung, ähnlich wie Kant, dass man eine gerechte Welt ohne Gott schaffen kann, alleine durch Nachdenken über Gerechtigkeit.

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