Schlammentsorgung im Weltnaturerbe: Todesstoß für Barrier Reef


Es geht um die Kohle: Hafenausbau gefährdet das Great Barrier Riff. Bild: reuters
Der Bau des weltgrößten Kohlehafens gefährdet das Meeresreservat. Millionen Tonnen von mit Schwermetallen belastetem Schlamm sollen versenkt werden.

Von Urs Wälterlin taz

Australien hat den Weg für den Bau des weltgrößten Kohlehafens unweit des äußerst empfindlichen Great Barrier Reefs freigemacht. Trotz Protesten von Naturschützern, Wissenschaftlern und der Tourismus-Industrie dürfen drei Millionen Tonnen Schlamm in das Meeresreservat, das zum Unesco-Weltnaturerbe zählt, gekippt werden. Sie fallen bei der Vergrößerung des Abbot-Point-Hafens an.

Die zuständige Behörde begründete die Erlaubnis am Freitag mit dem Hinweis, dass nur ein Drittel des Naturparks – der etwa so groß ist wie Deutschland – streng geschützt sei. Die übrige Fläche dürfe für andere Zwecke verwendet werden. Zudem werde der Schlamm dorthin gebracht, wo es keine Korallen gibt. Der erweiterte Hafen soll die Erschließung von Kohle im Volumen von 28 Milliarden US-Dollar ermöglichen.

weiterlesen