„Die Freiheit“ und ein absurder Religionskrieg in München


Michael Stürzenberger bei einer Rede auf dem Münchener Marienplatz (2013). Bild: MephistoGF. Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Michael Stürzenberger von der rechtspopulistischen und antiislamischen Freiheit tritt in München als Bürgermeisterkandidat an

Von Alexander DillTELEPOLIS

In der jeder Religion abholden bayerischen Konsum-, Freizeit- und Leistungsgesellschaftsmetropole München die Gefahr einer religiösen Unterwanderung, einer islamischen gar zu beschwören, erfordert neben einigen Portionen Verfolgungswahn und Verschwörungstheorie viel emotionale Phantasie. Michael Stürzenberger von der Partei „Die Freiheit“ besitzt sie – und hat damit, so steht es seit gestern fest, mit 1266 Unterschriften die Teilnahme an der Münchner Kommunalwahl als Bürgermeisterkandidat erreicht.

Sogar Gemeinderatskandidaten bieten nun als Wahlinhalt den Kampf gegen die verderbliche Wirkung des bekanntlich gerade in Münchner Biergärten, auf der Maximilianstraße und bei Schumann’s weitverbreiteten Buches mit dem Titel „Koran“ an. Immer mehr Münchner knien im Englischen Garten bereits zum Gebet gen Mekka nieder, anstatt wie bisher die Hinterteile sportlicher Jogger beiderlei Geschlechts zu vergöttern oder zu verfluchen. Das Wammerl im Schneiderbräu, selbst die Weißwurst stehen unter dem Verdacht, aus unislamischer Schlachtung zu stammen.

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