Ex-Bundesverfassungsrichter di Fabio: Kirchen sollten weniger politisch reden


Udo di Fabio, Bild: wikimedia.org
Udo di Fabio: Von Gott und der frohen Botschaft ‚höre ich manchmal zu wenig‘

kath.net

Die Kirchen sollten weniger politisch reden. Dafür hat sich der frühere Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio (Bonn), ausgesprochen. Zwar sei es eine Garantie für das Gelingen des freiheitlich-demokratischen Staatssystems gewesen, dass sich die Kirchen klar zu dieser Staatsform bekannt hätten: „Aber das Politische ist für eine Kirche nie das Zentrale.“ Das sei vielmehr „Gott und die frohe Botschaft, und da höre ich manchmal zu wenig“, sagte der Katholik auf einer Tagung der Mitglieder kirchlicher Gerichte der Evangelischen Kirche der Pfalz in Landau. Dabei ging es um das Thema „Die Bedeutung der christlichen Wurzeln Europas für den Prozess der Europäischen Integration“. Diese Wurzeln stellten das Selbstverantwortliche des Menschen in den Vordergrund, so di Fabio laut einer Mitteilung der pfälzischen Kirche vom 11. Februar. Das „Große der Reformation“ sei die Betonung der Mündigkeit gewesen, selbst die Bibel lesen zu können.

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1 Comment

  1. Habe gerade auf kath.net kommentiert, bin gespannt, ob mein – sehr zurückhaltender – Kommentar gebracht wird:

    »Kirche als Institution hat keinen politischen Auftrag

    Nein, die Kirche hat sich nicht in die Politik einzumischen. Sie ist nicht gewählt worden. Der einzelne Abgeordnete, der sich als Christ fühlt, darf sich berufen fühlen, über sein Mandat Politik im Sinne der christlichen Botschaft zu beeinflussen. Wenn die Kirche als Institution Politik machen will, hat sie sich als Partei dem Wähler zu stellen. Was die Kirche heute im politischen Raum tut, das ist das Ausnutzen einer Stellung, die sie aufgrund vielfältigster Privilegien besitzt.«

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