Ex-Nonne: „Der Kirche waren Gesetze wichtiger als Menschen“


Foto: Sandra Stein Die ehemalige Nonne Majella Lenzen wurde 1992 aus ihrem Orden verbannt, weil sie in Afrika Kondome an Prostituierte verteilt hatte. Heute ist sie Bestsellerautorin
Eine ehemalige Nonne empört sich über die lebensfremde Sexualmoral der katholischen Kirche: Buch-Autorin Majella Lenzen musste ihren Orden verlassen, weil sie Kondome an Prostituierte verteilt hatte.

Von Claudia BeckerDIE WELT

33 Jahre lang hat Majella Lenzen, 75, als Schwester Lauda im Orden der Mariannhiller Missionsschwestern in Afrika gearbeitet. Der Aufbau eines Buschkrankenhauses in Tansania gehörte ebenso zu ihren Aufgaben wie die Leitung der Ordensprovinz in Simbabwe. Die ausgebildete Krankenschwester übernahm 1990 die Organisation der kirchlichen Aids-Arbeit in der Diözese Moshi in Tansania. 1992 begleitete sie eine Ärztin in Rotlichtviertel, um Kondome an Prostituierte zu verteilen. Was folgte, war ein mehrjähriges Verfahren, in dem ihr nahegelegt wurde, den Orden zu verlassen. 1995 wurde sie von ihren Gelübden entbunden. In den Büchern „Das möge Gott verhüten. Warum ich keine Nonne mehr sein kann“ (DuMont, 14,95 Euro) und „Fürchte dich nicht! Mein Weg aus dem Kloster“ (DuMont, 253 Seiten, 9,99 Euro) schildert die gebürtige Aachenerin ihre Erfahrungen.

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2 Comments

  1. Mit Gesetzen lassen sich Menschen viel einfacher ausbeuten als mit Menschlichkeit. Wer wüsste das besser als der Klerus ?

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