Martin Rees: „Der Mensch wird seine eigene Evolution steuern“


Bild: arte.tv
Wenn die Menschheit die nächsten 200 bis 300 Jahre überlebt, wird sie andere Himmelskörper besiedeln. Gentechnik ermöglicht das Anpassen an neue Lebensumstände, sagt Astronom Sir Martin Rees voraus.

Von Norbert LossauDIE WELT

Der britische Astrophysiker Sir Martin John Rees, Mitglied im House of Lords als Baron Rees of Ludlow, warnt vor Risiken, die zum Untergang der Menschheit führen könnten. Seine Expertise wird unter anderem vom World Economic Forum geschätzt, das jährlich einen Report der globalen Risiken veröffentlicht. Sir Martin Rees setzt sich philosophisch mit den Folgen wissenschaftlicher Erkenntnis auseinander. Als Astronom ist er daran gewöhnt, in großen Zeiträumen und damit auch weit in die Zukunft zu denken.

Die Welt: Sie haben vor einigen Jahren ein Buch mit dem Titel „Unsere letzte Stunde“ veröffentlicht. Sind Sie noch immer so pessimistisch?

Sir Martin Rees: Ich fürchte, dieses Buch ist inzwischen sogar noch relevanter geworden. Die Menschheit ist mit großen Bedrohungen konfrontiert. Naturkatastrophen hat es schon immer gegeben, doch es gibt immer mehr Risiken, die nicht von der Natur, sondern vom Menschen ausgehen. Die schnell wachsende Weltbevölkerung und die damit einhergehenden Probleme bei der Versorgung mit Nahrung, Wasser und Energie sind offensichtlich. Ebenso die damit in Zusammenhang stehenden Umweltprobleme und die globale Klimaänderung. Doch es gibt viele andere Bedrohungen.

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