Tierrechtlerin: „Vegetarismus geht nicht weit genug“


foto: ilona habben Hilal Sezgin mit einem ihrer Schafe.
Hilal Sezgin plädiert dafür, Tiere weder zu essen noch zu nutzen – auch nicht für medizinische Zwecke.

Interview | Elisabeth MittendorferderStandard.at

Der Umgang der Menschen mit Tieren ist moralisch nicht zu rechtfertigen. Zu diesem Schluss kommt die Autorin und Tierrechtlerin Hilal Sezgin in ihrem Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit“. Sie bezieht sich dabei auf theoretische Überlegungen der Tierethik und verknüpft diese mit ihren eigenen Erfahrungen als Besitzerin eines Gnadenhofs mit Schafen und Hühnern. Sezgin fordert ein radikales Umdenken der Gesellschaft: Kein Tier soll mehr eingesperrt, gequält oder getötet werden. Im Interview mit derStandard.at sagt Sezgin, wieso es für Tiere wenig Unterschied macht, ob man vegetarisch lebt oder Fleisch isst.

derStandard.at: Sie sind seit dem Teenageralter Vegetarierin und wurden vor ein paar Jahren Veganerin. Wie schwer ist Ihnen die Umstellung gefallen?

Sezgin: Ich habe davor schon zwei oder dreimal versucht, vegan zu werden, aber immer schnell aufgegeben. Als ich es dann vor ein paar Jahren wieder versucht habe, war das nicht so schwer, weil die Produktpalette in der Zwischenzeit sehr breit ist. Nur Schokolade war länger ein Problem, aber auch da bin ich fündig geworden.

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6 Comments

  1. @Achim Stößer
    Du übersieht bei Deiner Schwärmerei für vegetarische Nahrung einen wichtigen Fakt.

    In den unsicheren Zeiten der Frühmenschen musste man immer fit und vor allem schnell sein, um nicht einem Stärkeren als Mahlzeit zu dienen. Mit bis zu 10 kg Grünzeug in der Wampe, die wegen eines ungeeigneten Verdauungssytem viele Stunden bearbeitet werden müssen, hätte kaum ein Frühmensch überlebt, sondern wäre als Löwen- und Tigerfutter zum Helden der biblischen Ernährungswissenschaft geworden.

    Erst die Proteine von gekochtem oder gebratenem Fleisch habe zur Entwicklung der großen Gehirnmasse mit 1,4 kg und damit zu Intelligenz des Homo Sapiens geführt

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  2. @rhenus
    Der Versuch den Nahrungsbedarf eines Steinzeitmenschen mit 8.000 – 10.000 kcal/Tag vegetarisch zu decken, würde bedeuten etwa 10 kg/Tag an Grünfutter zu essen. Der Typ würde rumlaufen wie ein Hängebauchschwein, weil die Menge nicht in den Magen paßt. Bei den vielen Zwiebeln und Knoblauch hätte er keinen anhauchen dürfen, der wäre sofort tot umgefallen. Wegen der für vegetarische Kost nicht geeigneten Verdauungsorgane hatte der Gausausstoß hinten für eine Geschwindigkeit vom etwa 50 km/h gereicht, sofern er ein Feuerzeug hatte

    Unsere lieben behaarten Vettern haben das Weibervolk im Clan systematisch von Fleischkonsum verdrängt. Deswegen sind bei diesen Primaten die Männchen so groß und stark geworden, während die Frauen relativ klein blieben

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    1. @ Achim Stößer

      „Über weite Stre­cken lebte der Ne­an­der­ta­ler fast aus­schließ­lich von Fleisch. …. Das heißt, der Ne­an­der­ta­ler jagte Tiere, wo­bei über 90% sei­ner Beute aus Groß­säu­gern be­stand. …..Die Un­ter­su­chung ei­nes In­di­vi­du­ums der Kalt­zei­ten er­gab das Er­näh­rungs­pro­fil ei­nes Kar­ni­voren……“

      An der spa­ni­schen Küste wa­ren…. Fisch und Mu­scheln ne­ben Mee­res­säu­gern, wie Rob­ben und Del­fine, ein wich­ti­ger Nah­rungs­be­stand­teil. An­schei­nend gilt das aber nur für Küs­ten­be­woh­ner, Iso­to­pen­un­ter­su­chun­gen er­ga­ben keine Nach­weise von Fluss­fi­schen im Nah­rungs­spek­trum mit­tel­eu­ro­päi­scher Ne­an­der­ta­ler, ein­zig Kno­chen­pro­ben aus der bel­gi­schen Höhle Sclayn be­le­gen Mam­mut­fleisch und Süss­was­ser­fisch als Nah­rungs­grund­lage…..In­so­fern scheint die Jagd auf Mee­res­säu­ger und der Fisch­fang eine lo­kale Er­schei­nung zu sein, die den ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten…

      Quelle:

      http://www.steinzeitwissen.de/mittelpalaolithikum/ernahrung

      „Frauen und Kinder jagten Kleintiere mit der Hand und mit Fallen….“ …

      Quelle: Erzählung über die Venus aus dem Eis

      http://www.lovelybooks.de/autor/Nicholas-J.-Conard/Die-Venus-aus-dem-Eis-453712252-w/rezension/966394027/

      Vielleicht hat der Mangel an Herden von Beute-Tieren das Aussterben der Neandertaler befördert? …. 😉

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  3. Als Vegetarier kann man in der heutigen Zivilisation gut überleben, am besten mit einem leichten Bürojob oder als Verkäuferin, an der Supermarkt Kasse usw. Dafür kommt man mit 2500 kcal/Tag aus

    Wir Hominiden haben ein Mischgebiss aus Mahl- und Reißzähnen sowie einen entsprechenden Darm plus Verdauung. Das haben z.B. au Bären. Reine Fleischfresser haben andere Zähne und einen kurzen Darm, Grasfresser haben ein Gebiss nur aus Mahlzähnen und sehr spezielle Verdauung Typisch z.B. der Elefant mit 8 Satz Zähnen, er verhungert wenn die verbraucht sind. Am Tag muss er mindesten 16 Stunden fressen, nur 45% davon wird als Nahrung verwerted

    Ein Mensch als Schwerarbeiter in einigen Berufen braucht bis zu 4000 kcal/Tag, unsere Vorfahren etwa die Kökkenmöddinger vor 8000 Jahren in Dänemark haben 8000 kcal/Tag verputzt und die frühen Jäger und Sammler als auch die Neandertaler noch mehr. Diese Menschen wären als Vegetarier alle verhungert und die Menschheit ausgestorben

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