Bertelsmann und die Pressefreiheit in Indien


Schon dieses Bild auf dem Cover von Donigers Buch, das „den Gott Krishna zeigt, der auf dem Hintern einer nackten Frau sitzt, die von anderen nackten Frauen umgeben ist“, soll die religiösen Gefühle der Hindus verletzen, behaupten die Befürworter eines Verbots.
In Indien wurde Wendy Donigers Geschichte des Hinduismus verboten. Der Penguin Verlag hat nachgegeben. Die Entscheidungshoheit liegt bei diesem Fall in Deutschland – denn Penguin gehört Bertelsmann.

Von Anja Seeliger – perlentaucher.de

Seit der Verlag Penguin India, Teil des Bertelsmann Konzerns, sich bereit erklärt hat, Wendy Donigers „Alternative Geschichte der Hindus“ vom Markt zurückzuziehen und die Restexemplare einzustampfen, protestieren immer mehr Autoren. Wendy Doniger hatte eine alternative Geschichte der Hindus geschrieben, die Frauen und niedere Kasten einbezog und die religiösen Texte neu las und interpretierte. (Hier ein Essay von Doniger aus ihrem jüngsten Buch über den Hinduismus in Outlook India, hier eine Besprechung der „Alternativen Geschichte…“ von 2010 im Himal Magazine.) Daraufhin warfen ihr verschiedene Hindu-Gruppen vor, sie verletze die religiösen Gefühle der Hindus, sei sexbesessen und von christlichem Missionseifer erfüllt, berichtet Kian Ganz in seinem Blog Legally India.

Nach vierjährigem Rechtsstreit gab Penguin jetzt in einer außergerichtlichen Einigung nach und versicherte, der Verlag „respektiere alle Religionen überall auf der Welt“. Schuld an der Misere, so Penguin in einem Statement für die Presse, seien die indischen Gesetze, die „es für jeden indischen Verleger immer schwieriger machten, internationale Standards der Pressefreiheit zu erfüllen, ohne dabei Gesetze zu verletzen“.

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