Esoterik in New York: Das Übersinnliche ist Mainstream


Ravi Shankar 2009, Bild: wikimedia.org
Wer denkt, Esoterik sei nur etwas für gelangweilte Hausfrauen, der irrt. Unsere Autorin Anne Waak hat einen Selbstversuch unternommen. Bei den Okkultisten von New York City

Von Anne WaakCicero

An einem nebligen Sonntagabend kreisen 20 junge Menschen in einer ehemaligen Garage in Brooklyn mit geschlossenen Augen barfuß um die eigene Achse. Eine Rothaarige ruft lächelnd: „Stellt euch vor, ein Astronaut hüpft auf euch herum. Stellt euch vor, wie es ist, von den Menschen bewundert zu werden.“ Diese Menschen, das sind wir, die rotierenden Barfüßigen. Wir bewundern den Mond. Die Moon Church, eine Gemeinschaft von Frauen, die „dem Archetypus der Hexe neues Leben verleiht“, wie es auf ihrer Facebook-Seite heißt, hat zu einer Zeremonie zu Ehren des Vollmonds eingeladen.

Die von Kerzenlicht, Panflöte und Salbeirauch erfüllte Garage ist sonst ein Yogastudio. Von der Decke hängt ein aus Besenstielen und Bastschnur zusammengebasteltes Pentagramm. Vor unserem Tanz hatten wir einen Kreis gebildet und im Schneidersitz Platz genommen. Wir hatten nacheinander sagen müssen, mit welchem Wunsch wir uns an diesem Abend an den Mond wenden wollten. Eine hatte gesagt, sie wolle sich selbst unerschütterlich lieben; eine andere hatte sich ein Leben in finanziellem Überfluss gewünscht.

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