Brandenburg: Kulturkampf im Bildungsministerium


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Am gestrigen Tage kam der Bildungsausschuss des brandenburgischen Landtages zu einer Sondersitzung zusammen. Unter anderem sollte die Arbeitsfähigkeit des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport überprüft werden.

Der Ärger begann mit dem Neujahrsempfang und dem Auftritt der Sternsinger bei der Ministerin Martina Münch(SPD). Im Zuge dessen kam es zu einer Unterschriftensammlung, die man getrost eine Misstrauenserklärung gegen die Ministerin und ihren Staatssekretär(SPD) nennen kann.
Am 17. Feburar schickte der Personalrat des Ministeriums einen Beschwerdebrief an Münch.

Personalrat:

In diesem Jahr nahmen dabei einen großen zeitlichen Rahmen der Auftritt der Sternsinger einschließlich eines Spendenaufrufs und die Überbringung des Segens in Anspruch…

weiter heißt es, Kollegen hätten den Personalrat gebeten ihr:

Unverständnis für die Präsentation dieser religiös geprägten Teile im Zusammenhang mit einer dienstlichen Veranstaltung zu bringen.

Glaubens-und Religionsfreiheit bedeuten aber auch, dass jeder selbst darüber entscheiden kann ob und wann er religiösen Bekenntnissen folge. Das klingt fast so, als wenn ministeriell die Mitarbeiter des Ministeriums zur Teilnahme der Religionsveranstaltung verpflichtet gewesen wären.

Zitat

Hierzu gehört auch das Recht, ein bekenntnisfreies Leben zu führen.

Klingt nach Mittelalter, Zwangschristianisierung wie weiland und dem großen Karl, es wird niemand mehr getötet, aber Rechtsdruck aufgebaut.
Aus dem Beschwerdebrief des Personalrats geht weiter hervor, dass öffentliche Einrichtungen religiöse und weltanschauliche Neutralität zu wahren haben. Touché. Soweit die Theorie. Verdummbibelte Politik suhlt sich mit masochistischer Leidenschaft im Christenpfuhl. Das fängt bei der Kanzlerin an und geht bis zur kommunalen Ebene.

Personalrat bittet ausdrücklich darum

…künftig bei dienstlichen Veranstaltungen auf religiöse oder weltanschauliche Darstellungen zu verzichten oder organisatorisch stärker von dienstlichen Angelegenheiten zu trennen.

Das Bildungsministerium wollte sich zur Unterschriftensammlung und dem Personalratsbrief nicht äußern. Interne Angelegenheiten.

Der Beschwerdebrief des Personalrats endet mit einem Zitat

Erich Kästner:

Da hilft kein Zorn, da hilft kein Spott! Da hilft kein Fluchen und kein Beten! Die Nachricht stimmt: Der Liebe Gott ist aus der Kirche ausgetreten.

Nach: Potsdamer Neueste Nachrichten, 04.03.2014, Thorsten Metzner.

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