Streit um das lukrative Haus Gottes


Die Mezquita in Córdoba, die einst eine Moschee war und jetzt eine Kathedrale ist. Bild: reuters
Die Moschee-Kathedrale in Córdoba ist ein nationales Monument. Trotzdem hat die Katholische Kirche den Bau als ihren Besitz requriert.

Von Reiner Wandler taz.de

Ein UNESCO-Weltkulturerbe sorgt für Schlagzeilen. Wem gehört die einstige Moschee und heutige Kathedrale im südspanischen Córdoba, der Katholischen Kirche oder der Allgemeinheit? Darüber streiten die andalusische Regionalregierung und das Bistum der Stadt, die einst im Mittelalter eines der wichtigsten Zentren des damals muslimischen Spaniens war.

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3 Comments

  1. In Frankreich sind Kathedralen -Gott seinDank 😉 – Kulturdenkmäler und werden vom Staat erhalten und gepflegt. Die Kirche kann diese nutzen. Das schützt dieses Weltkulturerbe allemal vor HerzJesu Kitsch und einer katholischen „Verschlimmbesserung“, wie der in Cordoba.

    Als in den 70er Jahren Marc Chagall -igitt – „abstrakte“ Fenster in Reims einbauen durfte, waren Klerus und die Gemeinde wenig „begeistert“. Diese Fenster Chagall’s sind heute selbst Weltkulturerbe. 🙂

    Zur 800 Jahrfeier der Kathedrale wurde der deutsche Künstler Imi Knoebel gebeten, in einer Kapelle der Kathedrale die Fenster neu zu entwerfen. Er erinnerte sich der Missetat des Deutschen Reiches von 1914, das die KrönungsKathedrale und das mittelalterliche Baudenkmal ohne militärischen Anlass mit Granaten beschoss, um Frankreichs Kultur zu „demütigen“. Das neue abstrakte Fenster sollte an dieses „feurige“ Ereignis erinnern. Die Fenster waren dem katholischen Klerus in Reims aber zu abstrakt, eben zu wenig HerzJesu und sei sogar „für die Wandlung in Christi Fleisch ud Blut“ störend. Auch die Losung „boche“ für den deutschen Künstler wurde vor Ort ausgegeben. 😉

    Selbst der für jeden katholischen Klamauk aufgelegte Kölner Meisner, versuchte sich mit einem rückwärtsgerichteten Kunstverständnis: „Entartete“ Kunst gehöre eben nicht in Kathedralen! 😉

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  2. Ich habe im Leben die Mesquite in Cordoba 2 Mal besucht und empfinde sie als ein sehr beeindruckendes Bau- und Kunstwerk, auch wenn zum Bau viele der Säulen aus abgerissenen Kirchen der Christen stammen. Man nutzte was vorhanden war

    Da was die Christen als Kirche in die Mesquite als Kirche reingeklatscht haben, das passt etwa wie ein großer Tomatenfleck auf dem Frackhemd. Selbst der spanische König soll die Kulturbarbarei einst gerügt haben.

    Da natürlich die Spendenbüchsen alle im christlichen Bereich stehen, gehört alles Geld den Christen – wer das nicht versteht, der sollte nach Afrika umziehen

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  3. Eine Illustration für den Macht/Geldhunger und die Intoleranz der katholischen Kirche. Tolerant war die Kirche immer nur bis sie an der Macht war…dann wütete die Katholische Inquisition…. bis heute. 😉

    Wie zivilisiert im Gegensatz zu den „Halbwilden“ (Bloch) Katholiken doch der türkische Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk war, der die „Hagia Sophia“ in Istanbul aus dem Üblichen religiösen Zank herausnahm in’s Weltkulturerbe, und zwar schon im frühen 20. Jahrhundert. Zivilisation auf türkisch.
    😉

    http://istanbul-tourist-information.com/erlebnisse-in-istanbul/museen-in-istanbul/hagia-sophia-die-heilige-weisheit-istanbuls

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