Pakistan: Oberster Glaubensrat hält Verbot von Kinderehen für unislamisch


Bild: sorinzorca.com
Der pakistanische Rat für islamische Ideologie hat das Verbot der Kinderehe für unvereinbar mit dem Islam erklärt. Das Verfassungsorgan, das den Staat in islamischen Dingen berät, fordert die Regierung nun auf, ihre Gesetzgebung entsprechend zu ändern. Menschenrechtsaktivisten sind empört.

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Gesetzlich ist in den meisten islamischen Staaten eine Heirat mit Minderjährigen untersagt. Vielerorts liegt das Mindestheiratsalter für Mädchen bei 16 bis 18 Jahren und für Jungen bei 18 Jahren. In Pakistan soll sich das nach dem Willen des Rates für islamische Ideologie nun wieder ändern.

Wie Tahir Ashrafi, ein Mitglied des Rates, am Mittwoch mitteilte, sei die derzeitige Gesetzgebung des Landes nicht im Einklang mit der islamischen Lehre. Das berichtet das Nachrichtenportal iol news. Derzeit sieht auch Pakistans Regelwerk vor, dass Mädchen nicht unter 16 und Männer nicht unter 18 Jahren die Ehe eingehen dürfen. Ashrafis Argumentation: „Es gibt keine festgelegte Altersgrenze für die Ehe in der Scharia.“ Der Scharia gemäß könne geheiratet werden, sobald er oder sie die Pubertät erreicht hätten. Doch diese sei nicht an einem bestimmten Alter festzumachen. Deshalb könnten Familienangehörige ein Kind verheiraten, wenn sie der Meinung seien, dass er oder sie die Pubertät erreicht hätten.

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