Ist Fantasy-Literatur eine neue Ersatzreligion?


derStandard.at
Fantasy boomt. Engel, Elfen und Dämonen ziehen die Massen an. Doch die Begeisterung für mythische Welten ist für viele mehr als nur ein Hobby. Zum Start des Fantasy-Hörspiels «Pilgrim» spricht Religionswissenschaftler Oliver Krüger über die religiöse Faszination, die vom Fantasy-Genre ausgeht.

Von Deborah SutterSRF

Oliver Krüger, Sie sind Religionswissenschaftler an der Uni Freiburg und haben sich wissenschaftlich mit Fantasy befasst. Können Sie mir erklären, weshalb das Genre derart beliebt ist?

Oliver Krüger: Ja, vielleicht liegt es daran, dass wir die Welt als zu sehr entzaubert wahrnehmen. Es scheint ein grosses Bedürfnis da zu sein nach einer «Remythologisierung» der Welt; wir sehnen uns nach Geschichten mit mythischen Elementen, nach Elementen, die das Leben wieder etwas reicher machen. Die gesamte Welt des mythologischen Erklärens, Geschichten rund um Elfen, Engel und Dämonen sind uns etwas abhandengekommen.

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