Die Kirche will Steuern


Bild: tilly
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Nur keine Illusionen: Die Kirchensteuer ist auch bei Kapitalerträgen fällig. Und gegen die bisherige Vergesslichkeit vieler Steuerzahler schreitet nun der Fiskus ein.

Von Martina Ortmann-BabelFrankfurter Allgemeine

Wer seiner Bank die Zugehörigkeit zur Kirche verschwieg, dem wurde bislang die Kirchensteuer von seinen Dividenden und Zinsen nicht direkt abgezogen. Allerdings musste er die steuerpflichtigen Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung zum Zweck des Kirchensteuerabzugs eintragen. Nicht jeder machte das.

Dieses Verfahren ändert sich jetzt. Für alle nach dem Jahresende 2014 zufließenden Kapitalerträge führt der deutsche Fiskus ein elektronisches Abrufverfahren ein. Banken, Versicherungen, aber auch ausschüttende Gesellschaften – bei denen natürliche Personen Anteilseigner sind – werden dann die Kirchensteuer automatisch einbehalten und über die Finanzverwaltung an die Kirchen abführen.

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1 Comment

  1. Berthold Brecht hatte uns Deutsche geröntgt, mit der ernüchterndrn Diagnose: „Und die dümmsten aller Kälber wählen ihre Schlächter selber“.

    Aber wie pervers muss eigentlich ein Staat sein, der sich zum Steuerbüttel seiner Kirchen degradieren lässt. Noch während der Reformation wehrten wir Deutsche uns erfolgreich gegen den „PetersPfennig“. Heute lassen wir Lämmer uns durch den deutschen Fiskus vorführen und treten Kilo€’s an den Klerus ab.

    In der zivilisierten Welt machen wir uns mit dieser Unterwürfigkeit lächerlich…. 🙂 🙂

    Wer noch einen Rest bürgerlicher Ehre hat, muss aus diesem abscheulichen Feudalsystem austreten….aber das kostet auch schon wieder Geld… 😉

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