Kirchen: Besinnung auf sich selbst


Bild: tilly
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Die Kirchen erreichen „die da draußen“ nicht mehr. Die Folge daraus: Es muss nicht mehr jede Mode im Gottesdienst mitgemacht werden. Ziel sollte es sein, die Bedürfnisse der gläubigen Mitglieder ernst zu nehmen.

Von Matthias KamannDIE WELT

Franz-Peter Tebartz-van Elst fügt sich ins Bild. In der Affäre um den Bischof sieht es derzeit so aus, als sei beim Bau des Limburger Diözesanzentrums nicht gegen staatliche Gesetze verstoßen oder exzessiv Geld aus dem Fenster geworfen worden. Daraus folgt: Wenn der Papst demnächst über die weitere Verwendung des in „Auszeit“ befindlichen Bischofs zu entscheiden hat, dürfte sich Franziskus weder damit beschäftigen müssen, ob Tebartz-van Elst ein Schurke ist, noch damit, ob im Bistum geprotzt und finanziell getrickst wurde. Zu fragen hat der Papst nach ganz anderem: Tut Tebartz-van Elst dem Bistum gut? Ist er mit den Limburger Katholiken so vertrauensvoll umgegangen, dass man die Affäre gemeinsam überstehen konnte? Hat er während des Streits so agiert, wie es ein Bischof seinen Mitchristen schuldig ist? Und ist künftig ein gedeihliches Miteinander zwischen Tebartz-van Elst und dem Kirchenvolk möglich?

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