Vaters Erbsünde


Bild: epigenetics.uni-saarland.de
Für die Vererbung ist womöglich nicht allein das Genom entscheidend. Bislang weiß allerdings niemand so genau, welche Mechanismen noch eine Rolle spielen.

By Virginia Hughes – Spektrum.de

Brian Dias wurde im Oktober vergangenen Jahres Vater und, wie wohl jeder andere in seiner Situation, war er sich seiner enormen Verantwortung bewusst. Ab sofort würden all seine Entscheidungen sich auf die körperliche und psychische Entwicklung seines neu geborenen Sohnes auswirken. Anders als die meisten anderen jungen Eltern wusste Dias zudem, dass auch seine eigenen Lebenserfahrungen Einfluss haben werden – und die seiner Eltern, seiner Großeltern und der Generationen davor.

Klar, wo unsere Vorfahren gelebt haben, oder wie bildungsaffin sie waren, kann Folgen auch über Generationen hinweg haben. Aber würde sich auch die persönliche Gesundheit der Ahnen vererben? Macht es einen Unterschied, ob sie rauchten, hungerten oder in den Krieg ziehen mussten?

Als Postdoc im Labor von Kerry Ressler an der Emory University in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia, ging Dias gut zwei Jahre vor der Geburt seines Sohnes genau solchen Fragen nach – mithilfe von Mäusen. Er untersuchte die Wirkung von Angst auf die Tiere: Hat es Folgen, wenn Furcht mit einem bestimmten Geruch verbunden wird, und finden sich davon Spuren auch noch im Gehirn der Nachkommen der konditionierten Nager?

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