Leben ohne Gott


Franz M. Wuketits Was Atheisten glauben Verlag: Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2014 ISBN: 9783579085036 19,99 €
Der Buchtitel ist etwas missverständlich. Nein, das Werk handelt nicht über Ersatzreligionen von Häretikern oder so etwas. Vielmehr befasst es sich damit, wie gottlose Menschen zum Leben stehen und wie sich aus der Perspektive des Atheismus die „großen Fragen“ beantworten lassen: Wie wichtig ist Moral, was ist der Sinn des Daseins, wie begegne ich dem Tod?

Von Frank SchubertSpektrum.de

Der Autor, Franz M. Wuketits, lehrt Philosophie mit dem Schwerpunkt Biowissenschaften an der Universität Wien. Er hat zahlreiche Bücher über Biologie, Evolution und Ethik verfasst. In seinem neuen Werk umreißt er zunächst, was er unter einem Atheisten versteht: Einen Menschen, der grundsätzlich die Existenz höherer Wesen verneint und sich allein dem „Diesseits“ verpflichtet fühlt. Atheisten seien im Allgemeinen Humanisten und somit ihren Mitmenschen verbunden. Ihre Grundhaltung sei nicht zu verwechseln mit Antitheismus, dem Kampf gegen Gläubige. Atheisten hätten in aller Regel kein Interesse daran, die Konflikte in der Welt zu vermehren, und bemühten sich daher um ein gedeihliches, respektvolles Zusammenleben – auch mit gläubigen Menschen. Wuketits möchte nicht gegen Religionen hetzen; er möchte deutlich machen, dass der Atheismus eine lebenswerte Daseinsform ist, die dem Gottesglauben intellektuell und ethisch in nichts nachsteht.

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4 Comments

  1. Wuketis Ansicht, dass der Atheismus eine lebenswerte Daseinsform sei, die dem Gotteglauben ethisch und intellektuell in nichts nachstehe, ist bei genauerer Betrachtung eigentlich beleidigend. 😉

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  2. @rhenus
    Ich habe nichts von Wuketis gelesen oder gehört. Ich war nur praktizerender Naturwissenschaftler in Maschinenbau und Bau. Entsprechend ist meine Bibliothek ausgerichtet. Man kann recht einfach alles im Internet finden, sofern man nur suchen will

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  3. Ich empfehle dem Schreiberling mit dem Lesen der bürgerlichen Gesetze zu beginnen. Da steht im Detail drin wie man sein Leben nicht führen darf und wie viele Jahre Gefängnis es gibt, wenn es trotzdem macht

    Außerdem sind wir durch unsere Instinkte vorbelastet.
    Für die seit 50 Mill. Jahren in Clans lebenden Primaten und Hominiden ist ein Führer elementar. Im Clan erfolgreich zu dominieren ist genetisch verankert, dazu gehört auch den Frauen jeden Fleischkonsum zu verweigern um als Mann größer und stärker zu werden. Clanmitglieder wachsen mit Autoritäten auf wie Eltern, Lehrer, Stärkere, Medizinmann, Clanchef; eine Existenz ohne dominante Autorität verunsichert jeden extrem. Spezielle Hirnbereiche erlauben sogar die Schnellerkennung von Autorität mit Unterwerfungsgestik. Größere Handlungen und Gedanken jenseits der Routine muss der Führer genehmigen.

    Mit zunehmender Intelligenz durch mehr Gehirnmasse gelingt es den Autoritätszwang zu überwinden. Hominide Clans praktizieren seit Mill. Jahren Empathie, Hilfsbereitschaft, Allianzen, Egoismus, Gewalt und vererben das durch Kommunikation als Kultur. Die Clans entwickeln dies als reine Notwendigkeit des Überlebens, sie beten dazu keinen himmlischen Zombie an und lesen als Analphabeten kein heiliges Buch.

    Menschen als Kinder im religiösen „Brain-Wash“ erzogen sind lebenslang unfähig sich der Blockade durch Rituale, Verbote und ewig wahren Gotteshumbug zu entziehen. Sie haben verlernt in geistiger Freiheit reale Fakten zu erkennen, zu analysieren um danach ihr Leben zu gestalten.

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