Pädophiler BKA-Beamter: Sanft entsorgt


Bild: landesarchiv-bw.de
Das Verzeichnis, das Edathys pädophile Neigungen offenlegte, listet noch einen weiteren BKA-Beamten – einen leitenden Kriminaldirektor. Um einen Skandal zu vermeiden, wurde er lautlos entfernt.

Von Peter CarstensFrankfurter Allgemeine

Die Affäre um den ehemaligen SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy verwandelt sich allmählich in eine hässliche Angelegenheit für das Bundeskriminalamt und seinen Präsidenten Jörg Ziercke. Das hat damit zu tun, dass sich in Wiesbaden der Fall Edathy auf merkwürdige Weise verbindet mit der pädophilen Neigung eines BKA-Spitzenbeamten. Karl-Heinz D., Ehemann und Vater, hatte im BKA Karriere gemacht. Er war über das Amt eines stellvertretenden Referatsleiters für Fahrzeugdelikte und weitere Stationen zum Leitenden Kriminaldirektor aufgestiegen.

In der Abteilung Organisierte Kriminalität führte er die Rauschgift-Ermittlung. Zur selben Abteilung gehörte auch die Bekämpfung von Kinder- und Jugendpornographie. D. war Autor der Fachzeitschrift „Kriminalpolizei“ und gut vernetzt bei Interpol. Und er engagierte sich in der SPD. In der Schule seiner Tochter war D. im Eltenbeirat aktiv. Nebenbei Kinderpornographie.

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