Genozid im Gotteshaus


Bei dem Genozid in Ruanda kamen über 800.000 Menschen ums Leben. (AP)
1994 ermordeten Angehörige der Hutu-Mehrheit vor den Augen der Welt im afrikanischen Ruanda auf grauenvolle Weise etwa 800.000 Menschen, überwiegend Angehörige der Tutsi. Die meisten starben in Gotteshäusern, wurden von Priestern nicht beschützt, sondern sogar ausgeliefert.

Von Jesko JohannsenDeutschlandfunk

„Dies ist die Gedenkstätte von Nyamata. Früher war das eine katholische Kirche. Nach dem Massaker in der Kirche wurde das Gotteshaus zur Gedenkstätte. Mehr als 10.000 Menschen wurden in dem Gebäude und auf dem Gelände getötet.“

Führung mit Anita Ovinesa. Nyamata liegt südlich von Ruandas Hauptstadt Kigali. In der heutigen Gedenkstätte stehen noch die Bänke von damals. Auf ihnen liegen alte, vermoderte Kleider gestapelt. Es sind die Kleider der Toten.

„Hier ist noch der Original-Altar und die weiße Decke, die damals darauf lag. Sie ist voller Blut. Wir haben hier Beispiele für die Waffen: Macheten, Speere und andere Gegenstände, mit denen die Menschen getötet wurden. Wir haben die Rosenkränze der Opfer und einen alten Personalausweis, auf dem die Einteilung der Menschen durch die damalige Regierung zu sehen ist: Hutu, Tutsi und Twa. Und dort steht das Taufbecken. Es war voll mit Blut, weil sie darin die Köpfe wie in einer Küche abgeschnitten haben.“

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2 Comments

  1. Nicht nur beim Verrat. Wenn es ans Morden der Ungläuigen ging, waren die Priester und Mönche immer die Eifrigsten

    Kroatien war 1939 bis 1945 mit Bosnien-Herzegowina ein pseudo-souveräner Staat von 6,5 Mill. Einwohnern bei etwa 2 Mill. Serben. Papst Pius XII empfängt 1941 Präsident Ante Pavelic, 4 Tage vorher werden im Ort Glina 33% der orthodoxen Bevölkerung ermordet. Priester und Mönche dienen dem Regime Pavelic als Hilfskräfte. Priester Brale Bozidar leitet die Ermordungen in Bosnien, er besorgt die Waffen, Pässe und Fahrzeuge der „schwarzen Legion“. Der Priester Mate Mogus organisiert Zwangstaufen, der Dekan Marko Zovko die Massenmorde. Der Priester Ilija Tomas von Klepci stellt Todeslisten von Serben, Roma und Juden auf und verspricht das serbische Volk auszurotten. Priester-Kollegen wie Petar Sivjanovic organisieren dazu Transporte der Gefangenen in KZ-Todeslager, wo man sie christlich liebevoll ermordet. Die Klöster dienen als Lager für Waffen und Ausbildung, Mönche bewachen KZs wie Jasenovac und Samiste, wo Pater Miroslav Filipovic im Namen von Jesus die Gefangenen enthauptet.

    Es werden 800.000 Serben, Roma und Juden ermordet, in den RKK KZs über 20.000 Kinder. Priester Jozef Tiso, 1939-45 Chef der slowakischen NAZIs, schickt liebevoll 70.000 Juden in die KZ-Todeslager. Das Gemetzel wird Italiens Faschisten zuviel, Conrado Soli mahnt die RKK Priester und Mönche: „Sie schlachten, töten, begraben lebendige Menschen in Gräbern, stürzen Tote in Flüsse und Meere oder werfen sie in Schluchten“. Der Franziskaner Srecko Peric sagt: „Kroatische Brüder, geht und schlachtet alle Serben ab. Wenn ihr damit fertig seid, kommt in die Kirche, damit kann ich euch die Beichte abnehmen und eure Sünden vergeben“

    Papst Pius XII fordert die Kroaten durch Kardinal Alojzije Viktor Stepinac auf unter Präsident Pavelic die „Endlösung“ von Serben, Roma und Juden zu verwirklichen. Im Genozid der Untermenschen ist das „Wirken der göttlichen Hand“ erkennbar. Die RKK Fanatiker zerstören 299 Kirchen, ermorden 128 orthodoxe Priester und rauben den Besitz der Gemeinden.

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  2. Wenn es um Verrat ging, waren seit Urzeiten Priester verschiedenster Kulte und Religionen mit im Spiel. Im Falle Ruanda handelt es sich um die Diener des „Gottes der Liebe und Barmherzigkeit“. Sie nennen sich selbstherrlich auch Seelsorger. Wenn es um das Wohl dieser Hirten geht, dürfen aber schon mal ganz locker Schafe geschlachtet werden. Die Bezeichnung „Seelenentsorger“ wäre hier wohl zutreffender. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich ko…. ……

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