Medizinische Grauzone „künstlicher Scheintod“


OP an einer Schußwunde, Camp Bastion Medical Facility, Helmand, Afghanistan. Foto: POA(Phot) Sean Clee; Lizenz: Open Government Licence
Schwefelwasserstoff, Kälte und die „Unsterblichkeit“
Forschungen zu den Themen „suspended animation“ (in der deutschen Wikipedia unter dem Stichwort „Scheintod“) und „metabolic flexibility“ suchen nach einer sicheren Methode, Menschen in einen winterschlafähnlichen Zustand zu versetzen und sie wiederzuerwecken – ohne dass sie Schaden nehmen.

Von Marcus HammerschmittTELEPOLIS

1999 wurde eine norwegische Skiläuferin aus Eiswasser geborgen, in dem sie über eine Stunde untergetaucht gewesen war. Ihr Herz schlug angeblich nicht mehr und ihre Körpertemperatur betrug 13,9 Grad. Dass sie nicht nur wieder aufwachte, sondern ohne größere Schäden überlebte, muss ihren Rettern und ihr selbst wie ein Wunder vorgekommen sein.

Die Kanadierin Erika Nordby verließ 2001 als Kleinkind ihr Elternhaus, nur mit einer Windel und einem T-Shirt bekleidet. Die Außentemperatur betrug -24 Grad Celsius. Als sie gefunden wurde, hatte ihr Herz ebenfalls zu schlagen aufgehört und ihre Körpertemperatur betrug 16,1 Grad Celsius.

Der Japaner Mitsutaka Uchikoshi überlebte 2006 einen Kletterunfall. Vierundzwanzig Tage blieb er vermisst, dann wurde er aufgefunden – er hatte kaum einen Puls, bei einer Körpertemperatur von 22 Grad Celsius. Angeblich war er die ganze Zeit ohne Verpflegung gewesen (also auch ohne Wasser) und er erinnerte sich an keine Minute seines dreineinhalbwöchigen „Winterschlafs“.

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