Ersten Weltkrieg: Juden sollten Stimmung für Deutschland machen


Zu Beginn des Ersten Weltkriegs thematisierten viele Rabbiner in ihren Kriegspredigten die lange Verwurzelung des Judentums in Deutschland. Hier eine Thora und der Davidstern. colourbox
Während des Ersten Weltkriegs hofften die Juden, sich besser in Deutschland integrieren zu können. Erst sah es so aus, als sollte das gelingen. Selbst die Juden in Nachbarländern wollte das deutsche Heer für sich gewinnen – aus strategischen Gründen.

Von Michael BrennerFOCUS ONLINE

Wie viele deutsche Intellektuelle verkündete auch der Marburger Philosophieprofessor Hermann Cohen, der prominenteste deutsch-jüdische Denker jener Tage, zu Beginn des Kriegs seinen Stolz darauf, diese heroische Stunde erleben zu dürfen. Cohen hatte viel dazu beigetragen, Immanuel Kants Philosophie wieder populär zu machen und sich für die Durchdringung klassischer Bildung eingesetzt: „Jeder deutsche Mensch muss seinen Schiller und seinen Goethe bis zur Innigkeit der Liebe kennen und in Geist und Herz tragen.“ In seinem Aufsatz „Deutschtum und Judentum” lobte er die Symbiose zwischen deutscher und jüdischer Kultur und wies auf die Gemeinsamkeit der sittlichen Werte hin.

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