Vor 20 Jahren: Völkermord in Ruanda


"Zum Gedenken an unsere Rolle beim Völkermord in Ruanda...machen wir nichts" (Bild: Patrick Chappatte/Le Temps)
„Zum Gedenken an unsere Rolle beim Völkermord in Ruanda…machen wir nichts“ (Bild: Patrick Chappatte/Le Temps)

Vor 20 Jahren ignorierten deutsche Behörden systematisch den sich anbahnenden Völkermord in Ruanda. Sie wussten mehr, als sie zugeben.

Taz – Arndt Peltner

Die deutsche Außenpolitik hat Afrika entdeckt. „Stärker in Afrika Verantwortung zeigen“ will Bundeskanzlerin Angela Merkel; Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier mahnte bei der Ruandadebatte im Bundestag am Freitag, man müsse „das uns Mögliche tun, das in unserer Macht steht, um Völkermord zu verhindern“. Wäre es da nicht sinnvoll, zunächst einmal die Fehler der deutschen Politik aufzuarbeiten, gerade was Ruanda angeht?

Vor 20 Jahren wurden innerhalb von 100 Tagen über 800.000 Ruander abgeschlachtet. Und zwar unter den Augen der Weltöffentlichkeit. Die UN hatte Truppen vor Ort, war aber unfähig, einzugreifen. Auf die Bitten des kanadischen Blauhelmkommandanten General Roméo Dallaire, die Truppenstärke aufzustocken, um dem Gemetzel ein Ende setzen zu können, reagierten die westlichen Nationen mit Teilabzug. Dallaire wurde zum Zuschauer degradiert. Auch Deutschland schaute zu.

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