Der Antichrist


Bild: lustipics.de
Ingolf Bossenz über das Brauchtum zu Ostern und was der Osterhase damit zu tun hat

Von Ingolf Bossenz ND

Ostern – ein Fest, zwei Protagonisten: Der eine steht am Morgen auf, um für die Jüngeren Eier zu verstecken. Der andere aufersteht am Morgen, worauf die Jünger ziemlich rumeiern. Ein vertrackter säkular-sakraler Dualismus, vor dessen dialektisch-zwingender Logik die Wahrheit nackt und unerbittlich Farbe (in diesem Fall Eierfarbe) bekennen muss: Der Osterhase (der – siehe Bild – durchaus auch eine Häsin sein kann) ist der direkte Gegenspieler von Jesus. Der Antichrist in persona sozusagen. Allerdings hat er weder Hörner noch Pferdefuß, sondern wuschelige Löffel und einen putzigen Stummelschwanz. Weshalb die Kirchen auch nichts unversucht lassen, die Mümmelmänner und -frauen heidnisch-ruchlosem Brauchtum zu entreißen und in eigener Sache religiös-ideologisch zu instrumentalisieren.

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