Ostern: Eine intellektuelle Zumutung


frohe_osternOstern ist das aktuellste aller christlichen Feste. Denn der Glaube an die übernatürliche Auferstehung stellt eine grundsätzliche Frage: Wie kann ich an meinen alten Überzeugungen festhalten, wenn sich die äußeren Umstände ändern?

Von Alexander GrauCicero

Ostern ist ein eigenartiges Fest. Für den modernen, aufgeklärten Menschen stellt es unter den bedeutenden Festen des Kirchenjahres sicher die größte intellektuelle Zumutung dar. Dass Jesus von Nazareth geboren wurde – gut, das ist unbestreitbar. Dass er gekreuzigt wurde – auch das gilt als historisch gesichert. Dass er aber – „am dritten Tage“ – auferstanden sein soll von den Toten, das ist starker Tobak und löst auch bei vielen engagierten Kirchenmitgliedern leichte Beklemmungen aus.

Dieses Unbehagen ist vielleicht der Grund dafür, dass wir die religiösen Wurzeln dieses Festes systematisch verdrängen. Machen wir uns nichts vor: Nicht wenige Menschen unseres angeblich so christlichen Abendlandes wissen überhaupt nicht mehr, weshalb wir überhaupt Ostern feiern. Die Zahlen der Umfrageergebnisse schwanken dabei zwischen 22 (TNS Emnid 2014) und 47 Prozent (Polis 2003).

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3 Comments

  1. @rhenus
    “Dass Jesus von Nazareth geboren wurde – gut, das ist unbestreitbar. Dass er gekreuzigt wurde – auch das gilt als historisch gesichert.”

    Die Aussage hat einen Haken. Die Josephus Aufzählung der rund 63 Orte in romisch Judäa enthält kein Nazareth, den Ort hat es zu der Zeit noch nicht gegeben. Die Geschichte von jungen Jesus imTempel von Nazareth ist nach 105 n.C. aus dem Josephus Buch kopiert. Sein Vater war Priester in Jerusaleum, der junge Josephus hat ihn oft im Tempel besucht und das in seinem Buch erwähnt. Das war etwa um 55 n.C.

    Die erste schriftliche Nennung von Nazareth erfolgt um 300 n.C. in Rom sicher von jemanden, der auch Palästina nie gesehen hat. Der Tempel in Jerusalem wude nicht wie im Märchen von Herodes gebaut, im Fundament fand man eine Agrippa I Münze. Agrippa I wurde um 17 n.C. hebräischer König von römisch Judäa als Nachfolger der gefeuerten Nulpe Archelaus und regierte bis 44 n.C. in Casarea. Agrippa I eixistiert in der Bibel nicht. Der Tempelbau dürfte etwa um 35 n.C. abgeschlossen worden sein, folglich konnte Jesus wie auch immer dort keine Priester besuchen

    Aber wie für das tapfere Schneiderlein mit seinen 7 auf einen Streich ist auch für den Lattenjupp im Märchen alles möglich

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  2. @rhenus
    es gibt eine Aufzeichnung von Flavius Josephus über Jesus aus der Zeit. Die wurde 94 n.C. in 20 Büchern veröffentlicht und mußte erst von Aramäisch ins Altgriechisch übersetzt werden.

    Um 45 n.C. überzeugt der Prophet Theudas viele Menschen wie Moses den Jordan durch seine Zauberkraft zu teilen. Prokurator Cuspius Fadus verbietet den Unsinn, lässt viele der Zuschauer verhaften und Theudas enthaupten.

    Um 52 n.C. kommt ein ägyptischer Prophet Joshua nach Jerusalem um durch Wunder die ab 45 n.C. neu erbaute Stadtmauer zu zerstören.

    Unter Prokurator Lucceius Albinus tritt ein Jesus ben Ananos in Jerusalem als Prophet auf. Zum Laubhüttenfest klagt er mit Weherufen über Jerusalem und den Tempel. Er wird ergriffen, verprügelt und dem Prokurator in Caesarea vorgeführt (4 Tagesreisen). Der lässt ihn als Irren frei, in Jerusalem tötet ihn später eine römische Wurfmaschine (Antiquities 20).

    Prokurator Lucceius Albinus erwähnt um 63 n.C. einen Jesus als Christ (Antiquities 20). Mit seinen gesetzlosen Kumpanen wird er gefangen und nach einem Streit von König Agrippa II mit dem Hohepriester Ananus gesteinigt. Eine exakte Vorlage für den Jesus Mythos der Bibel 1-3 Jahrhunderte später.

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  3. „Dass Jesus von Nazareth geboren wurde – gut, das ist unbestreitbar. Dass er gekreuzigt wurde – auch das gilt als historisch gesichert.“

    Für die Existenz Jesu‘ gibt es bis heute keinerlei unabhängigen historischen Beweis, aus seiner vernmuteten Lebenszeit, obwohl die Römer damals fast jeden Unfug aufschrieben, der in ihrem Imperium passierte, war Jesu entweder zu unbedeutend für die römischen Herren, oder aber es hat ihn nie gegeben. 😉 😉

    Offensichtlich ist alles was als heute als Referenz benutzt wird… Hörensagen aus späterer Zeit, Mythos, Fabel, Märchen, Wunschdenken, Fälschung…. 😉 😉

    http://hpd.de/node/12044

    http://www.amazon.de/Das-Messias-Rätsel-Die-Geheimsache-Jesus/dp/3793420914

    Römisches Grafitto zum Jesus Kult 2. Jahrhundert

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