Nationalsozialismus: Das Schweigen der Bischöfe


Bundesgerichtshof. Bild: Deutsches Bundesarchiv Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Volksgerichtshof.
Bild: Deutsches Bundesarchiv Lizenz: CC-BY-SA-3.0
Ein aktueller Wikipedia-Eintrag zu Kilian Kirchhoff (1892-1944) ist schlecht belegt und begünstigt noch 70 Jahre nach Hinrichtung des Franziskaners die kirchenpolitische Mythenbildung

Von Peter BürgerTELEPOLIS

Historische Forschungsergebnisse über das Totalversagen der deutschen Bischofskonferenz im Nationalsozialismus nähren bei manchen Zeitgenossen den Verdacht, Nachrichten über Christenverfolgung und katholischen Widerstand im „Dritten Reich“ seien vielleicht doch nicht viel mehr als bloße Mythen. In diesen Fällen bewirkt die Feigheit fast aller staatlich dotierten Oberhirten aus der NS-Zeit, dass das Gedächtnis mutiger Regime-Gegner aus den unteren Etagen der Kirche geschmälert wird. Damit kann ich mich als Katholik, der besonders auch in regionalen Kontexten den Spuren des Faschismus nachgeht, nur schwer abfinden.

Mein Eindruck bei der Spurensuche: Es gab im kirchlichen Bereich mehr Mitläufer, mehr Kollaborateure und – allerdings – auch mehr couragierte Nein-Sager, als es das öffentliche Geschichtsgedächtnis der Nachkriegszeit vermittelt hat. An Opfer und Nein-Sager wollte man sich nach 1945 nicht so gerne erinnern, weil dies unweigerlich ein Nachdenken über die je eigene Rolle nach sich gezogen hätte. Das katholische Milieu verfolgte zudem die Tendenz, die gravierenden Unterschiede im Verhalten seiner Mitglieder zu verwischen. Mitunter ließ man sich deshalb auch viel Zeit damit, an wirkliche Vorbilder aus der Nähe zu erinnern.

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3 Comments

  1. Der Titel hier stimmt überhaupt nicht. Die Bischöfe haben nicht geschwiegen, sondern das faschistische Hilter-Regime bejubelt wie selten zuvor und waren mit ihren System auch aktiv an den Mordorgien beteiligt

    Kardinal Adolf Bertram als Vorzitzender der Deutschen Bischöfe schleimt 1933 in ewiger Demut dem GRÖFAZ Adolf Schicklgruber: „Der Episkopat aller Diözesen Deutschlands hat, wie die öffentlichen Kundgebungen erweisen, soweit es nach der Neugestaltung der politischen Verhältnisse durch Eurer Exzellenz (Hitler) Erklärungen ermöglicht wurde, sogleich die aufrichtige und freudige Bereitwilligkeit ausgesprochen, nach bestem Können zusammenzuarbeiten mit der jetzt waltenden Regierung, die die Gewährleistung von christlicher Volkserziehung, die Abwehr von Gottlosigkeit und Unsittlichkeit, den Opfersinn für das Gemeinwohl und den Schutz der Rechte der Kirche als Leitsterne ihres Wirkens aufgestellt hat.“

    Der erfundene RKK Widerstandsheld Bischof Clemens August Graf von Galen bejubelt schon 1933 die brutale Gewalt des NAZI Regimes „Wir wollen Gott dem Herrn für seine liebevolle Fügung dankbar sein, welche die höchsten Führer unseres Vaterlandes erleuchtet und gestärkt hat, daß sie die furchtbare Gefahr, welche unserem geliebten Volke durch die offene Propaganda für Gottlosigkeit und Unsittlichkeit drohte, erkannt haben und sie auch mit starker Hand auszurotten suchen.“ und verhöhnt 1942 die Soldaten: „…auch zur besonderen Ehrung, die wir unseren gefallenen Kriegern schulden… Sie wollten in einem neuen Kreuzzug mit dem Feldgeschrei ‘Gott will es’ den Bolschewismus niederringen, wie es vor wenigen Tagen der spanische Befreier Franco in einer Rede zu Sevilla mit christlicher Zielsetzung rühmte.“ Das Todesurteil vob 1943 an Priester Roland Metzger durch Roland Freisler lobt er schriftlich in einem Dankesschreiben an den Richter „in hoher Verehrung und Wertschätzung“.

    Im Protokoll der Fuldaer Bischofskonferenz vom August 1933 heißt es: „Der Einrichtung von Gottesdiensten in Konzentrationslagern stehen Schwierigkeiten von Seiten der Lagerleitung angeblich nicht entgegen, die Einrichtung muß nach Bedarf von kirchlichen Stellen beantragt werden“ Die moralisch edlen NAZI-Christen betreiben eigene Arbeitslager mit „minderwertigen Elementen“ und vermieten sie als billige Arbeitssklaven, die Kriegsndustrie deckt bis zu 25% des Bedarfs. Im November 1933 wird das Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher über Maßregeln der Sicherung und Besserung die Maßregel im Arbeitshaus eingeführt. Neben psychiatrischen Krankenhäusern (wie heute), Entziehungsanstalt oder Sicherungsverwahrung ist die Unterbringung in einem Arbeitshaus (StGB § 42d) zwingend vorgesehen.

    Das „Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin“ unter Dompropst Lichtenberg und später Bischof Konrad Graf Preysing informiert ab 1938 deutsche Bischöfe und den Vatikan über Deportationen von Juden und ab 1942 über SS-Erschiessungskommandos im Osten.

    Die RKK hat gewußt was in NAZI-Deutschland im Detail vorgeht und hat sich ihr „christliches Gewissen“ mit Geld abkaufen lassen. Es ist die typische Haltung aller Christen, was immer man getan hat ist niemals schlimm, etwas innige Reue, ein paar Gebete, alles leugnen – fertig ist der moralische Edelchrist. Es sind Chraktereigenschaften wie ein Haufen Dünnschiss, der nicht zu greifen und sehr eklig ist.

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  2. Im Dritten Reich gibt es 95,2% Christen, 62,7% evangelische und 32,5% katholische. Folglich sind alle Mörder, Kriegsverbrecher und KZ-Schergen „liebe gute“ Christen. Bei 10% NSDAP-Mitgliedern sind Priester/Pfarrer und Lehrer zu 50% treue Parteigenossen. Hinterher ist dabei gewesen, keine hat mitgejubelt, das Regime hat auch Gutes vollbracht, niemand hat je von den Mordorgien gehört, bis die Nachfahren peinliche Dokumente finden.

    So eine Geschichte findet man hier
    http://www.spiegel.de/einestages/nazi-eltern-mutter-und-vater-verehrten-hitler-a-964813.html

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  3. Karl-Heinz Deschner, der mutige kirchenkritische Historiker, der vor kurzem 90 jährig starb, ist in seiner mehrbändigen Kriminalgeschichte des Christentums der Blutspur dieser heiligen Religion durch die Welt gefolgt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalgeschichte_des_Christentums

    Besonders dankbar können wir Deutsche Karl Heinz Deschner für seine Recherchen zur Komplizenschaft unserer Kirchen -und vor allem des Vatikans- mit dem wackeren Katholiken Adolf Hitler sein, dessen Testamentsvollstreckung durchs „Reichskonkordat von 1933“ die Bundesregierung, das Verfassungsgericht und die mächtige Kirchenlobby immer noch als „Heiligen Gral“ hütet, demnächst zusätzlich sogar mit der Kirchenlobbyistin Annette Schavan, die zwar ohne Berufsabschluss, aber mit guten Beziehungen zur Busenfreundin Merkel, nun Bundesbeamtin des höheren Dienst – mit lebenslanger Versorgungsleistung- beim Vatikanischen Operettenstaat wird. Ein Schuft wer böses dabei denkt. 😉

    Als pdf datei – zum gruseln- , ein historisches Thema, dem die Geschichtler an den Deutschen Uni’s aus Angst vor dem Zorn der Kirchenlobby immer ausweichenausweicht.

    Klicke, um auf deschner_mit-gott-und-fuehrer.pdf zuzugreifen

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