Walter Homolka: „Wachsender Antisemitismus bleibt ein Problem in Europa“


Bild: brightsblog
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Der Rabbiner und Uni-Professor Walter Homolka über das liberale Judentum und die Potsdamer Rabbinerausbildung

Potsdamer Neueste Nachrichten

Herr Homolka, was sind im Moment die drängendsten Fragen für das liberale Judentum in Europa?

Das liberale Judentum ist weltweit die am schnellsten wachsende Strömung des Judentums, gerade auch in Nordamerika sind die Zuwachsraten hoch. Aber auch in Europa nimmt die Zahl liberaler Jüdinnen und Juden zu. Überhaupt entwickelt sich Europa immer mehr zu einer eigenständigen Stimme innerhalb des Judentums weltweit, das nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem von den USA und Israel geprägt gewesen ist. Hier müssen wir gerade auf dem europäischen Kontinent daran arbeiten, damit unsere Meinung auch gehört wird. Innerhalb unserer Gemeinden liegt uns weiterhin auch daran, mehr junge Menschen für das Amt des Rabbiners und Kantors zu interessieren. Hier ist der Bedarf nach wie vor groß, auch international gesehen. Der 2013 eröffneten „School of Jewish Theology“ der Universität Potsdam kommt dabei eine zentrale Rolle in Europa zu. Auch weil wir in Deutschland für das Studium keine Studiengebühren erheben.

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