Totalitäre Feindbilder: Islam, Terror und Faschismus


Auch dieser Mann auf dem Tahrir ist vermutlich ein Feindbild für irgendjemanden. Bild: reuters
Wenn Erdogan Twitter verbietet, ist der Aufschrei lauter, als wenn Assad Kinder foltert. Die Erregung der westlichen Welt wird dabei nicht zufällig verteilt.

Von Charlotte Wiedemanntaz.de

Wer die These aufstellt, der Islam habe eine quasi religionsgenetische Nähe zum Faschismus, kann sich der Aufmerksamkeit sicher sein, umso mehr, wenn er oder sie selbst muslimischer Herkunft ist. Das echte Leben wirft hingegen in diesen Wochen zwischen der Präsidentschaftswahl in Algerien und jener in Ägypten eher folgende Frage auf: Wann überschreitet der Antiislamismus, auch Antiterrorismus genannt, die Grenze zum Faschismus?

Den Spieß derart herumzudrehen ist keine Provokation um der Provokation willen. Was in Ägypten geschieht, wo die Muslimbrüder zur Vorlage für ein totalitäres Feindbild wurden, verlangt nach Analyse und nach Begriffen. Solange es um religiös verbrämte Untaten geht, schrauben sich die Worte leicht hoch. Doch sie werden seltsam kraftlos bei der Bezeichnung säkularer Unterdrückung in muslimischen Ländern.

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1 Comment

  1. Wie durch die Muslimbrüder in Ägypten und anderen Staaten oft demonstriert, bestimmen bei Ausblendung jeglicher Vernunft Imame für ihren „geliebten“ Despoten per heiliger Fatwa mit Terror, Korruption, Erpressung, Bestechung und Mord das Leben der Religioten, während der Lebensstandard des Landes im Elend versinkt. Frauen droht per Fatwa die Todesstrafe durch Steinigung, wenn sie im Meer schwimmen oder ein Handy besitzen. Muslimen ist eine Reise zum Mars verboten, Kämpfer in Syrien dürfen Hunde, Esel und Katzen essen.

    In Minia nahe Luxor, wo der Ägypter an Touristen und westliche Lebensformen gewohnt ist, haben fanatische Muslime Schläger und Terrorkommandos die Macht übernommen. Der 60-Jährige Polizeichef Salah Zeyada schätzt deren Zahl auf eine Million. „Diese Muslimbrüder sind Müll, sie sind keine Menschen. Die können wir nicht alle umbringen. Aber wir müssen entschieden gegen sie vorgehen, sie morden, brennen und zerstören unser Leben“. Nach Entmachtung der Muslimbrüder verurteilt im April 2014 ein Gericht 683 Muslimbrüder zum Tode, sofern der Großmufti die Urteile bestätigt.

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