Artenschutz braucht Darwin


Dominanter Selektionsfaktor Durch industriellen Fischfang, wie hier in Schottland, wird der Genpool einer Art nachhaltig gestört – eine simple Schutzzone oder Quotenregelung genügt meist nicht, um die Bedrohung der Art abzuwenden. Bild: © John Lord (yellow book) / CC-by-2.0 CC BY
Der Mensch dominiert die Selektion auf diesem Planeten. Wer evolutionäre Prinzipien außer Acht lässt, sagen Biologen, kann daher beim Artenschutz nur scheitern.

Von Juliette IrmerSpektrum.de

Hunderttausende, Millionen, gar Milliarden Jahre – wer über Evolution redet, braucht geologische Zeitskalen. Bestenfalls im Museum wird der Prozess anschaulich. Und eins ist doch gewiss sicher: Ein Menschenleben reicht bei Weitem nicht aus, um die Veränderung einer Art mitzuerleben.

Oder etwa doch? „Manche Arten verändern sich innerhalb von wenigen Jahrzehnten“, sagt Klaus Schwenk vom Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, „das lässt sich heute messen.“ Hinter der Turboevolution steckt oft eine sich verändernde Umwelt. Und hinter dieser meist – direkt oder indirekt – der Mensch. Wir holzen Regenwälder ab, legen Monokulturen an, plündern die Meere, verschmutzen Gewässer und verändern das Klima.

All das wirkt auf Flora und Fauna. So sehr, dass sich Evolutionsbiologen gezwungen sahen, einen neuen Begriff einzuführen: Sie unterscheiden heute zwischen der natürlichen und der menschengemachten Auslese, der anthropogenen Selektion.

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