Wie viel Armut verträgt die katholische Kirche?


Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Die Kirche hatte schon immer Probleme mit Armut. Nun hat Vatikan-Präfekt Gerhard Ludwig Müller ein Buch dazu geschrieben. Er erklärt, warum Christen mehr tun müssen, als sich aufs Jenseits zu freuen.

Von Lucas WiegelmannDIE WELT

Keine der beiden Seiten, weder die päpstlichen Gesandten noch die Bettelmönche, hatten besonders große Hoffnung in den Disput gesetzt, aber jene erste Morgensitzung im November des Jahres 1327 verlief noch mieser als befürchtet.

Anfangs ließen sich die Unterhändler, schweigend beobachtet vom Bevollmächtigten der Heiligen Inquisition, wenigstens noch gegenseitig ausreden. Die Mönche legten gewohnt weitschweifig dar, warum Jesus und seine Jünger keinerlei Besitz gehabt hätten. Was die Papstdelegation in knappen Worten zurückwies. Aber vielleicht war es die frühe Stunde, vielleicht die allgemeine Aufregung im Kloster wegen der ungeklärten Todesfälle, jedenfalls wurde die Diskussion mit der Zeit immer hitziger. Bis beide Parteien nur noch brüllten.

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