Gut, besser, Mensch – Ersatzreligion evolutionärer Humanismus?


Michael Schmidt-Salomon Hoffnung Mensch, Verlag: Piper, München 2014 ISBN: 9783492056083 19,99 €
„Wir Menschen sind eine extrem potente und von Grund auf gute Spezies. Deswegen sind wir auch in der Lage, die größten Probleme unserer Welt in den Griff bekommen“. Auf den ersten Blick wirkt die These, die Philosoph Michael Schmidt-Salomon in seinem jüngsten Werk „Hoffnung Mensch“ vertritt, provokant, absurd und bestenfalls naiv.

Von Maren EmmerichSpektrum.de

Hat nicht der neueste IPCC-Bericht gerade enthüllt, dass wir es verpasst haben, die anthropogen verursachte Klimaerwärmung auf ein überschaubares Maß zu begrenzen? Zeigen die aktuellen Konflikte in Syrien, Zentralafrika oder der Ukraine etwa nicht, wie sehr wir zur Gewalt neigen? Ist es nicht offensichtlich, dass wir aufgrund destruktiven Verhaltens uns früher oder später die Lebensgrundlagen entziehen werden?

Schmidt-Salomon ignoriert die aktuellen Probleme in der Welt zwar nicht. Allerdings bezieht er sie erst im letzten Drittel des Buchs in seine Diskussion ein. In den Abschnitten davor holt er weit aus und erzählt viele Geschichten, mit denen er eine versöhnliche, ja bewundernde Perspektive auf die Menschheit eröffnen möchte.

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1 Comment

  1. Das ist eindeutig zu viel „positives Denken“ gemischt mit Blauäugigkeit. Wir sind noch viel zu sehr Primaten und zu wenig Hominide, das genetisch verankerte Verhalten der letten 10 Millionen Jahren ist nicht überwunden.

    Für die seit 50 Mill. Jahren in Clans lebenden Primaten und Hominiden ist ein Führer elementar. Im Clan erfolgreich zu dominieren ist genetisch verankert, dazu gehört auch den Frauen den Fleischkonsum vorzuenthalten um größer und stärker zu werden. Clanmitglieder wachsen mit Autoritäten auf wie Eltern, Lehrer, Medizinmann, Clanchef; eine Existenz ohne eine dominante Autorität verunsichert Clanmitglieder. Spezielle Hirnbereiche erlauben die Erkennung von Autorität binnen 0,2 Sekunden mit Unterwerfungsgestik als Folge. Große Handlungen und Ideen jenseits der Routine muss immer der Führer genehmigen. Mit zunehmender Intelligenz durch Gehirnmasse gelingt es den Autoritätszwang zu überwinden. Hominide Clans praktizieren seit Mill. Jahren Empathie, Hilfsbereitschaft, Allianzen, Egoismus, Gewalt und vererben das Verhalten als Kultur. Für die Clans ist das eine Notwendigkeit des Überlebens, sie beten dazu keinen himmlischen Zombie an und lesen als Analphabeten auch kein heiliges Buch.

    Demokratie mit freier Presse und Wahlen, Gewaltenteilung, Menschenrechten, Wissenschaft, und Bildung existiert 200 Jahre. Für Religioten ist Kritik am Gotteshumbug Blasphemie, ihr Absolutismus ended zwangsläufig in Terror und Gewalt. Etwa 25% der durch „Brainwash“ Geschädigten Menschen akzeptieren einen all-wissenden Popanz, der mit Drohungen und Gewalt gegen Machtverlust durch Koexistenz mit Dritten wütet. Religioten sind mangels Intelligenz und Bildung unfähig Kritik und Kompromisse zu verstehen. Dogmatisch (No.381) erreichen die Einfaltspinsel nur durch Kriegsdienst Gottes ewige Gnade. Die Oberhirten der Religionen sind selber wenig in Mord, Genoziden, Ethnoziden, Ausbeutung, Diskriminierung und gerechten Kriegen engagiert, der himmlische Zombie befiehlt diese Perversion nur den verdummbibelten Einfaltspinseln, was im Zirkelschluss einzig gläubige Trottel verstehen.

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