Mein Ende gehört mir


Ingrid Matthäus-Maier, Bild. wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0
Es ist ein Skandal, dass Sterbehilfe kriminalisiert wird. Niemand darf zum Sterben gezwungen werden, aber auch niemand zum Leben. Was „lebenswert“ ist, kann nur der Betroffene beurteilen.

Von Ingrid Matthäus-Maier Frankfurter Allgemeine

Alle verfügbaren Umfragen zeigen, dass weit mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland der Ansicht sind, es gehöre zum Selbstbestimmungsrecht und zur Würde des Menschen, im Angesicht einer tödlichen Krankheit, bei unerträglichen Schmerzen oder bei totaler Abhängigkeit von lebensverlängernden Maschinen das Lebensende selbst zu bestimmen. Sie wollen bei dem geplanten Freitod in sachkundiger und menschlicher Weise, möglichst von einem Arzt, unterstützt werden.

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6 Comments

  1. Der Europàische Gerichtshof für Menschenrechte in Stassburg erkennt das Recht des Menschen an, über Zeitpunkt und Art seines Todes zu entscheiden. Dies resultiere auf dem Respekt vor drm Recht auf ein Privatleben. In der Schweiz z. B. ist Beihilfe zum Selbstmord erlaubt. 🙂

    Warum sollen wir Deutsche uns mit weniger Menschenrecht zufrieden geben, nur weil eine gewaltige Kirchenlobby, den Profit im monopolisierten Markt der Pflege unheillbar Kranker maximieren will und den Betroffenen selbst Vollkommen aus dem Blick verloren haben, weil sie nur noch die Pflegestufe konzentriert sind ? 😉

    Pflegeroboter kümmern sich gegen den Willen der Versorgten bis zum Softwarefehler oder SchadTrojaner im computerbasierten Pfleger?
    😉 😉 😉

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  2. Ich empfehle vielen erst einmal ein Altenpflegeheim zu besuchen und dann Kommentare zu schreiben. Im Aufenthaltsraum sitzen Dutzend lebende Mumien, jeden Tag abgefüllt mit Neuroleptka damit sie friedlich bleiben und nicht aufeinander losgegen wie Rockerkids am Alex, die Gesichter vollkommen leer verschnarchen sie jeden Tag und warten auf die Erlösung durch den Tod. Besuche von Anghörigen gibt es selten oder nie, es ist für viele nicht zu ertragen einen einst lebhaften Angehörigen als halbtotes Wrack zu erleben. Wo bleibt da die Menschenwürde

    Diejenigen, die von Maschinen zwangsweise am Leben erhalten werden, die haben vielfach noch Glück. Sie bekommen wegen fataler Ausfälle im Gehirn fast nichts mehr mit. Dann kommen die politischen Traumtänzer der Religionen, die heute zu Hunderten wieder als Edelchristen in den Parlamenten sitzen und Dummfug quatschen. Die evangelische „Innere Mission“ beginnt mt ihrer Treysaer Erklärung 1931 Behinderte, Blinde, Taube, Stumme, Epileptiker, Alkoholiker, Homosexuelle, seelisch Kranke und politische Gegner als „schwachsinnig“ zu selektieren und einzukerkern. Ab 1940 werden die „Schwachsinnigen“ vergast wie schon 1931 lange vor Hitler von den Edelchristen gefordert.

    Zumindest in der BRD galoppiert beim Tod der Amtsschimmel fröhliche Urstände, da ist nichts von Selbstbestimmung. Nachdem sich die Aasgeier der Bestatter für 6.000 – 12.000 ausgetobt haben, schreibt die Friedhofsordnung genau vor, wer wo in welcher Richtung liegen muss, wie der Grabstein auszusehen hat, welche Blumen dort wachsen dürfen und was es kostet

    Wir können uns hier zumindest verbrennen und die Asche verstreuen lassen. Ein Onkel hat unfreiwillig vor der Festung in Verdun gesessen, Dann machte es Bumm und er war mit 650 Kamaraden in Millisekunden weg. Wir haben die Gedenktafel einmal besucht. Den Vater, einen WW-I Invaliden und Rentner haben die Russen wegen seiner Goldzähne im Wald an den Baum gestellt und ermordet. Es hat 65 Jahre gedauert an der Stelle einen Gedenkstein aufzustellen, den ich nur als Foto kenne

    Meine Nichte lebt 10.000 km weit weg, meine Tochter 20.000 km, eine Großnichte – die ich nur per Internet kenne – ist mit 1500 km schon fast in der Nachbarschaft, Wer sollte da mein Grab besuchen und ein Blümchen ausstellen. Mit dem Tod vorbei und vergessen

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  3. Es sollte generell von assistiertem Suizid die Rede sein. „Beihilfe“ ist in der Tat nicht sehr zielführend. Aber ich bin sicher, dass die von mir sehr geschätzte Frau Matthäus-Maier das akzeptieren würde.

    Ich hätte auch keinerlei Bedenken, sie in unsere Partei aufzunehmen.

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  4. Schade, dass die von mir allein schon wegen ihres Engagements gegen das kirchliche Arbeitsunrecht sehr geschätzte Frau Matthäus-Maier weiterhin von Beihilfe zur Selbsttötung spricht. Dieser Begriff aus dem Strafrecht suggeriert, dass eine entsprechende Handlung kriminell ist. Damit trägt die Juristin Matthäus-Maier ironischerweise selbst ein wenig zur Kriminalisierung der Sterbehilfe bei.

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