Penis zu sehr im Fokus der Evolutionsbiologen?


© Ah-King, M. et al.: Genital Evolution: Why Are Females Still Understudied? In: PLoS Biology 12, e1001851, 2014, fig. 1
Geschlechtsteile und ihre Formen sind ein Fenster in die Werkstatt der Evolution. Im Fokus der Forschung jedoch ist laut einer aktuellen Untersuchung weit überwiegend das männliche Geschlechtsteil, die weibliche Seite des evolutionären Wettrüstens wird dagegen stiefmütterlich behandelt – zum Nachteil der Forschung?

Von Lars FischerSpektrum.de

Sex ist Krieg – zumindest evolutionär betrachtet: Männlein und Weiblein haben sehr gegensätzliche Interessen durchzusetzen, die auch die genauen Formen ihrer Geschlechtsteile bedingen. Der Penis soll seinem Träger zu möglichst viel Begattungserfolg verhelfen, während die Vagina ein Instrument der sorgfältigen Auswahl des besten Spermas ist. Für die Evolutionsbiologie sind die bizarren Formen, zu denen diese Koevolution viele Genitalien im Tierreich geformt hat, ein Fenster in den Maschinenraum der natürlichen Selektion, denn dort entscheidet sich, wer sich fortpflanzt und wer nicht.

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