Erster Weltkrieg: Schwarze Madonna als Schutz


Kniender Adliger vor der Schwarzen Madonna von Einsiedeln (1781), Bild: wikimedia.org/public-domain
Tausende Familien baten während des Ersten Weltkriegs die Madonnenfigur eines Schweizer Klosters um Schutz für ihre Liebsten – und schickten Fotos.

Von Valentin GroebnerZEIT ONLINE

Krieg ist der permanente Ausnahmezustand – nicht nur im Schützengraben. Der amerikanische Historiker Roger Chickering hat geschildert, wie man im Deutschen Reich zwischen 1914 und 1918 an der „Heimatfront“ sparte, um die Soldaten im Feld zu unterstützen: Ferngespräche und Eiscreme wurden verboten, Lebensmittel rationiert, sämtliche Fahrradreifen beschlagnahmt, Briefe zensiert. „Die Post“, schrieb eine Professorengattin im Frühjahr 1918 an ihre Tochter, „ist jetzt so ziemlich die unzuverlässigste Sache in ganz Europa.“ Worauf war überhaupt noch Verlass im mörderischen Durcheinander des industrialisierten Kriegs und angesichts allmächtiger und undurchsichtiger Bürokratien?

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