Die politische Philosophie nach Spinoza


Spinoza Denkmal in AmsterdamBild: BB
Spinoza Denkmal in Amsterdam, Bild: BB
Beeinflusst durch das frühaufklärerische Denken wendete sich Baruch de Spinoza, 1632 in Amsterdam geboren, vom orthodoxen Judentum ab. Nur wenigen Insidern ist bekannt, dass Spinoza auch eine politische Philosophie entwickelte, in die der Sozialphilosoph Martin Saar, in seinem neuen Buch einführt.

Von Hans-Martin Schönherr-MannDeutschlandfunk

Vor dem Hintergrund der Religionskriege vertritt Baruch de Spinoza eine undogmatische religiöse Einstellung, die andere Vorstellungen nicht bekämpft, sondern akzeptiert. Religiöse Glaubensrichtungen können kein Recht auf eine allgemeingültige Wahrheit mehr beanspruchen. Damit trennt er nicht nur Wissen und Glauben voneinander, sondern auch die Religion von der Politik, deren enge Verbindung schließlich in die religiösen Bürgerkriege geführt hatte.
In seiner Schrift Tractatus Theologico-Politicus gründet er die Politik sogar auf die Demokratie, wenn er schreibt:

„Die Demokratie (. . .) ist (. . .) zu definieren als eine allgemeine Vereinigung von Menschen, die in ihrer Gesamtheit das höchste Recht zu allem hat, was sie vermag.“

Der Staat basiert nicht auf der Macht des Souveräns, sondern auf der Macht der Menge. Die Macht des Staates verdankt sich auch nicht seiner Einheit, sondern entsteht aus der Vielheit und Heterogenität des Volkes heraus. Spinoza siedelt daher Macht im Spannungsfeld zwischen Regierung und Bürgern an, was Martin Saar in seinem Buch plastisch herausarbeitet.

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