Die Causa Schavan – nur eine Plagiatsaffäre?


Annette Schavan (Bild: Wikimedia Commons/Laurence Chaperon, CC-BY-SA 3.0)
Annette Schavan (Bild: Wikimedia Commons/Laurence Chaperon, CC-BY-SA 3.0)
Erbloggtes war in den letzten zwei Jahren wesentlich ein Blog zur Causa Schavan. Letzteres ist auch der Name eines anderen Blogs, das eine Gruppe mehr oder weniger anonymer Aktivisten ebenfalls vor etwa zwei Jahren eigens für Berichte und Kommentare zu dieser Affäre gegründet hat, die gerade mit dem Beschluss der Bundesregierung endete, die ehemalige Bildungsministerin Annette Schavan als Botschafterin in den Vatikan zu schicken.

Von ErbloggtesPiraten Partei

Aber ob die Causa Schavan damit wirklich abgeschlossen ist, das hängt stark davon ab, was genau man darunter verstehen möchte. Der folgende Text stellt einige Definitionsmöglichkeiten für einen Skandal vor, der nicht so leicht zu fassen ist wie die Plagiatsaffäre Guttenberg. In dessen Fall hatte sich im Februar 2011 rasch herauskristallisiert, dass der aufstrebende Stern am deutschen Politikhimmel, der als Minister alle anderen überstrahlte, in Wahrheit nur ein Blender war, ein blasser Zwerg, der die Gewänder von Riesen angelegt hatte. Gut ein Jahr später erreichten Anfang Mai 2012 unter gänzlich anderen Rahmenbedingungen Informationen die Öffentlichkeit, dass mit Schavan ein weiteres Kabinettsmitglied betrogen hatte, um einen Doktorgrad zu bekommen.

Eine banale Plagiatsgeschichte

Doch Schavan ist nicht Guttenberg, hieß es daraufhin stets, und deshalb gibt es auch keine Plagiatsaffäre Schavan, während es eine Plagiatsaffäre Guttenberg in der Wikipedia bis heute gibt. Eine solche Plagiatsaffäre – über die »Causa Schavan« den besten Überblick liefert – könnte man heute als abgeschlossen ansehen: Schavan hatte bei der Doktorarbeit betrogen, das enthüllte der Plagiatsrechercheur »Robert Schmidt« auf Schavanplag. Die Universität Düsseldorf untersuchte die Dissertation, fand 60 ungekennzeichnete Übernahmen und entzog Schavan ihren Doktor. Rücktritt. Schavan scheiterte vor Gericht grandios, gab sich geschlagen – wenngleich uneinsichtig – und geht nun nach Rom ins Exil, auf Pilgerfahrt, ins Kloster oder in die Residenz. Wie auch immer man dieses Ende interpretiert: Die Geschichte der braven Annette vom Niederrhein, die sich in ungeahnte wissenschaftliche und politische Höhen schwingt, deren stolze Flügel aber im Licht der Macht dahinschmelzen, bis bloß noch Stummel übrig sind, diese Geschichte ist zu Ende erzählt: Als sie sich nicht mehr nur heimlich schämen kann, fällt sie und findet Zuflucht im Glauben. Da kommt nichts mehr.

Aber das ist nicht der Kern der Causa Schavan. Manche meinen, der wahre Kern der Affäre sei eine Verschwörung finsterer Mächte, die dem politischen Katholizismus den Todesstoß zu geben trachteten. Wer daran genau beteiligt sein soll, das gehört zu den dunklen Mysterien dieser Deutung. Es macht sie aber auch sehr attraktiv, dass da jeder die Verschwörer einsetzen kann, die ihm am liebsten sind. Vielleicht hat sogar diese neue Freidenker-Bewegung ihre Finger im Spiel, wie hieß die nochmal? Schreibt in die Kommentare, wenn ihr wisst, wer dahintersteckt!

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1 Comment

  1. Mit der Bestallung der Frau (ohne Dr.) Schavan zur Botschafterin Deutschlands ist der Plagiatsfall Fall Schavan ein Kungelfall der Busenfreundin Merkel geworden: denn nach der Beamtenordnung dürfte Schavan, dieses Amt ohne adäquaten beruflichen Abschluss nicht übertragen bekommen, aber was schert sich die Merkel ums Recht – hier das BeamtenRecht. 😉 😉 😉 Wie hiess der kaberettistische Refrain des Schavan’schen Wiegenkiedes: „Aber die Merkel, aber die Merkel lässt mich nicht verkommen…..“ 😉 😉

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