BICEP2: Gegenwind für sensationelle Urknallstudie


Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain
Entwicklungsphasen des Universums. Bild: NASA, WMAP Science Team/public domain
Physiker finden einige Makel an den bahnbrechenden Beobachtungsdaten zu Urknall-Gravitationswellen.

Von Michael D. LemonickSpektrum.de

Am 17. März hat sich Paul Steinhardt von seiner Lieblingstheorie verabschiedet: dem „ekpyrotischen Modell“ des Universums, das der Physiker der Princeton University seit über einem Jahrzehnt favorisiert hatte. Es lieferte eine alternative Erklärung zum sonst vorherrschenden „Inflationsmodell“. Dieses verlangt, dass das Universum in Bruchteilen der ersten Sekundenbruchteile nach dem Urknall schneller expandiert sei als mit Lichtgeschwindigkeit. Und das sollte wiederum Konsequenzen in Form messbarer Gravitationswellenschübe haben – Wellen, die in Steinhardts Theorie eben nicht existieren.

Im März haben Forscher in einer Pressekonferenz erklärt, genau diese Wellen beobachtet zu haben, womit sie zugleich einen ersten Blick in die allerfrüheste Kindheit unseres Universums geworfen hätten. Ein Paukenschlag: „Urknall durch Wellenbeweis in flagranti ertappt“, trompetete die Titelseite der New York Times; „Entdeckung belegt Urknalltheorie“ meinte das Wall Street Journal. Dutzende ähnliche Schlagzeilen stießen weltweit ins gleiche Horn. Und Steinhardt trug seine Theorie zu Grabe.

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