Die Top 10 der neu entdeckten Arten


Am 23. Mai jährt sich der Geburtstag des schwedischen Naturfoschers Carl von Linné, dem Schöpfer der modernen Taxonomie. Biologen nehmen sich dieses Datum seit sechs Jahren zum Anlass, eine Platzierung neuentdeckter Tier-, Pflanzen- und Mikrobenarten vorzunehmen und als Top-Ten-Rangliste zu veröffentlichen. Damit wollen sie auf die Biodiversitätskrise hinweisen und auf die unbesungenen Helden unseres Planeten aufmerksam machen. Nominiert waren 140 von rund 18 000 Arten, die im vergangenen Jahr entdeckt wurden.

Von Sandra GandréSpektrum.de

Die Mutter aller Drachenbäume, © Paul Wilkin, Royal Botanic Gardens, Kew

Wie aus Fantasywelten klingt schon der Name des Drachenbaums Dracaena kaweesakii. Im richtigen Leben ist das mit stattlichen 12 Metern Höhe und ähnlichem Kronendurchmesser imposante asiatische Gewächs in den Kalksteinbergen der thailändischen Provinzen Loei and Lop Buri und im benachbarten Myanmar beheimatet. Hier beeindruckt es mit sanften, schwertförmig geformten Blätter mit den weißen Rändern sowie crémefarbenen Blüten mit orangenen Staubfäden. Weil D. kaweesakii in Thailand mit Vorliebe als Glücksbringer für den Gartenbau verwendet wird und zudem sein Lieblingsboden rarer wird (Kalkstein muss für die Betonerzeugung herhalten), existieren heute geschätzt nur noch rund 2500 Exemplare. Damit steht der Kaweesaki-Drachenbaum auf die Liste der bedrohten Pflanzenarten.

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