Eugenio Pacelli und die Zionisten


Eugenio Pacelli, Bild: wikimedia.org/CC-BY-SA-3.0-migrated
Neue Funde im vatikanischen Geheimarchiv bestätigen, dass der spätere Papst Pius XII. den Zionismus unterstützte – und zugunsten jüdischer Siedler in Palästina intervenierte.

Von Michael Hesemannkath.net

Kein Papst der jüngeren Kirchengeschichte mit Ausnahme Johannes Pauls II. und vielleicht noch Pius XI. zeigte so offen seine Liebe zum jüdischen Volk wie Pius XII. Umso unbegreiflicher ist es für den Historiker, dass kein historisches Dokument, sondern ein Theaterstück genügte, um die Geschichte dieses großen Papstes umzudeuten, ja zu pervertieren. Plötzlich war er „der Stellvertreter“, „der Papst, der schwieg“, sogar „Hitlers Papst“, wurde ihm von Autoren wie John Cornwell („Pius XII. – Der Papst, der geschwiegen hat“) und Daniel Jonah Goldhagen („Die katholische Kirche und der Holocaust“) mal ein latenter, mal offener Antisemitismus unterstellt. Und das nur, weil er es während des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust für klüger hielt, zu handeln als zu reden. Er zog es vor, im Stillen so viele Juden wie möglich zu retten statt ihre Lage durch wirkungslose Proteste noch zu verschlimmern. Es galt, alles zu vermeiden, was die Effizienz der einzigen Institution gefährdete, die ihnen in Zeiten der Schoa noch half: Der katholischen Kirche. Sein scheinbares Schweigen, seine vorgetäuschte Neutralität, wurden zum Schutzmantel für die größte Hilfs- und Rettungsaktion der Geschichte, die immerhin über 850.000 Juden vor dem sicheren Tod in den Gaskammern bewahrte.

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