Synthetische Biologie am Scheideweg


Evo-Devo oder: Der gelenkte ZufallWelcher Zukunft geht die synthetische Biologie entgegen? Werden Bastler in Garagen medizinische Durchbrüche feiern – oder doch eher die Industrie mit Patenten?

Von Bryn NelsonSpektrum.de

Der kanadische Visionär Andrew Hessel will ungewöhnliche Wege bei der Entwicklung einer Brustkrebstherapie gehen. „Was wäre, wenn sich Hobbyforscher in ihren Bastelkellern zusammenschlössen und es mit milliardenschweren Pharmafirmen aufnähmen?“

Sein Crowdfunding-Unternehmen Pink Army Cooperative versucht genau das und will Open-Source-Techniken nutzen, also frei zugängliche Methoden der synthetischen Biologie. In diesem aufstrebenden Forschungsgebiet sollen biologische Produkte nach Art der Ingenieure im Baukastensystem hergestellt werden. Seit der Gründung der Initiative im Jahr 2009 haben nahezu 600 Leute investiert. Mitmachen kostet lediglich 20 US-Dollar. Obwohl diese radikale Geschäftsidee vor beachtlichen Hindernissen steht, hat sie doch die Aufmerksamkeit von Industrie und Medien auf sich gezogen. Die von Andrew Hessel und zwei Mitgründern ins Leben gerufene Kooperation von Wissenschaftlern hofft bereits in diesem Jahr mit Zellkulturuntersuchungen beginnen zu können. Darüber hinaus erwägt sie eine Therapiestudie an Hunden.

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