Polnischer Priester in Donezk: „Gott hat mich beschützt“


galerie Pro-russische Aktivisten in Donezk nahmen Witek gefangen und bedrohten ihn. Bild:ARD

Bleibt die Frage: Was macht ein polnischer Priester im Osten der Ukraine?

Er wollte sich ein besetztes Gebäude in Donezk ansehen, doch er unterschätzte die Nervosität der Bewacher: 24 Stunden war der polnische Priester Witek Geisel prorussischer Separatisten. Seine Freilassung sei „Gott gewollt gewesen“.

Von Henryk JarczykARD-Hörfunkstudio Warschau

Pawel Witek ringt sichtlich nach Worten, seine Stimme stockt immer wieder. Der Geistliche lächelt verlegen. Ganz so, als wollte er sich entschuldigen, dass ihm die Sätze nicht so glatt über die Lippen gehen, wie der Reporter des polnischen Senders TVN24 es vielleicht erwartet. Doch was der polnische Priester zu erzählen hat, würde sicher niemandem leicht fallen.

„Gleich nach dem Verhör wurde mir bewusst, dass meine Angabe, katholischer Priester zu sein, den Mann, der mich befragte, nicht überzeugt hat. Ich konnte in seinem Gesicht erkennen, dass seine Zusicherung, es überprüfen zu wollen, nur eine leere Floskel war. Der Krieg ist eben der Krieg. Und da sucht manch einer nach der einfachsten Lösung, nach dem Motto: kein Gefangener mehr da, keine Probleme.“

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