Gott ist kleinlich im Württembergischen Pfarrgesetz


Carmen Häcker, Bild: politik-forum.de
In Württemberg wurde Carmen Häcker als Vikarin entlassen – weil sie einen Muslim heiratete. In Berlin darf sie Pfarrerin sein

Von Miriam HollsteinBerliner Morgenpost

Sie sieht nicht aus wie eine, die eine Zumutung für die Kirchenobrigkeit ist. Carmen Häcker wirkt bodenständig. Vielleicht liegt es an ihrem Äußeren, das Gesicht ist ungeschminkt, der Blick ernst. Nein, die 31-jährige Schwäbin wirkt nicht wie eine geborene Revoluzzerin. Und doch hat sie Kirchengeschichte geschrieben.

Am vergangenen Sonntag hat Carmen Häcker ihr Ziel erreicht. Endlich ist sie Pfarrerin – mit Gottes Segen und dem der Kirche. Vor über 300 Besuchern in der Görlitzer Sankt-Peter-und-Paul-Kirche ist sie mit anderen Kollegen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz von Bischof Markus Dröge ordiniert worden. Ihr Weg bis zur Segnung war steinig.

Begonnen hat die Geschichte in Württemberg. Und wenn sie nach Plan verlaufen wäre, so wäre Häcker dort ganz normal Pfarrerin geworden – und kein Präzedenzfall. Dass es anders kam, liegt an der württembergischen Landeskirche. Und an Monir, Carmen Häckers Mann. Sie hat ihn vor vier Jahren während eines Auslandsjahres in Bangladesch kennengelernt. Der Wirtschaftsprüfer aus Dhaka und die schwäbische Theologin verliebten sich.

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