Kollateral-Schaden auf dem Katholikentag – Oder der verschwiegene Skandal


Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
In der Geschichte, die hier erzählt wird, kommen vor: die Gemeinschaft katholischer Soldaten, Pax Christi, das Verteidigungsministerium, der Katholikentag in Regensburg, Afghanistans Vergangenheit und Zukunft, der Bayerische Rundfunk, und nicht zuletzt der deutsche Qualitätsjournalismus.

Von Gerhard ReinNachDenkSeiten

Und die Geschichte geht ungefähr so: Vielleicht auch etwas anders. Aber ich gebe sie so wieder, wie sie mir begegnet ist. Ich spiele eine kleine Rolle am Rande dieser Geschichte.

Die traditionsreiche Gemeinschaft katholischer Soldaten(GKS) hatte die Idee, beim Katholikentag in Regensburg ein Podium zu Afghanistan zu initiieren. Diskutiert werden sollte, welche Zukunft nach dem Abzug des deutschen Militär-Kontingents das Land am Hindukusch haben könne. Die Gemeinschaft katholischer Soldaten fragte die deutsche Sektion von Pax Christi, ob sie sich an dem Projekt beteiligen würde. Pax Christi sagte zu.

Und so war auf Seite 86 des offiziellen Katholikentag- Programms zu lesen:
Donnerstag, 29. Mai 2014, 14.00 Regensburger Turnhalle: Podium. Afghanistan: Abzug und wie weiter?

Mit einer respektablen, kundigen Diskussionsrunde:
Generalmajor Josef Blotz und Oberstleutnant Kristian Baptist Schaum von der Bundeswehr, beide afghanistan-erfahrene Militärs. Christine Hoffmann, Generalsekretärin von Pax Christi, Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international, dazu Wahida Kabir, eine Paschtunin, die in Deutschland Frieden und Freiheit ihres Landes befördern will.

Vier Monate zuvor hatte die Verteidigungsministerin ihre Teilnahme an dem Podium aus zeitlichen Gründen abgesagt. Einen Vertreter hatte sie von sich aus nicht vorgeschlagen. Aber 14 Tage vor Beginn des Katholikentages meldete sich zur Überraschung der Initiatoren (Pax Christi und der Gemeinschaft Katholischer Soldaten) aus dem Verteidigungsministerium der parlamentarische Staatssekretär Ralf Brauksiepe und kündigte seine Teilnahme an. Das Programm war gedruckt. Das Podium wohl austariert, hochkarätig besetzt und intensiv vorbereitet worden.

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