Bon Secours: Irische Regierung weitet Nachforschungen über Kinderleichen aus


Grausiger Fund: In dem irischen Dorf Tuam wurde ein Massengrab mit rund 800 Kinderleichen entdeckt (Quelle: imago/INSADCO)
Amnesty International fordert Klärung, ob „Misshandlung, Vernachlässigung oder andere Menschenrechtsverletzungen“ in kirchlich geführten, aber staatlich finanzierten Institutionen stattgefunden haben

kathweb

Die irische Regierung will ihre Nachforschungen über 800 Kinderleichen in einem Massengrab in Tuam ausweiten. Medienberichten vom Freitag zufolge soll die Geschichte von Heimen für ledige Mütter und deren uneheliche Kinder landesweit aufgearbeitet werden. Die Regierung schließe auch eine strafrechtliche Ermittlung nicht aus. Die Todesfälle in den umstrittenen Heimen seien „ein weiterer Teil der Geschichte unseres Landes“, der untersucht werden müsse, wird Premierminister Enda Kenny von der Tageszeitung „Irish Times“ zitiert.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte eine „sofortige Aufmerksamkeit und Antworten“ von der irischen Regierung. Eine Untersuchung müsse herausfinden, ob „Misshandlung, Vernachlässigung oder andere Menschenrechtsverletzungen“ in staatlich geführten und finanzierten Institutionen stattgefunden hätten, erklärte der Direktor der Europa-Sektion von Amnesty International, John Dalhuisen. Da das betreffende, von Ordensfrauen geführte Heim in Tuam erst 1961 geschlossen wurde, sei es möglich, dass einige der Todesfälle auf eine Zeit zurückgehen, in der die europäische Menschenrechtskonvention bereits in Kraft war. In jedem Fall habe die irische Regierung aber die Standards der Allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 gekannt.

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