Spaemann: Über Gott streiten


Robert Spaemann glaubt an die Wahrheit – und dass es sie ohne Gott nicht geben könnte. Sein neuestes Buch „Meditationen eines Christen“ ist im Verlag Klett-Cotta erschienen Foto: Marijan Murat, Stuttgart
Der Philosoph Robert Spaemann glaubt an Gott. Im Magazin Der Spiegel erklärt er nun, warum es ohne den Höchsten keine Wahrheit geben kann und warnt vor übertriebener politischer Korrektheit.

pro Medienmagazin

Gläubige und Ungläubige unterscheide eine Sache, sagt Spaemann im Spiegel-Interview: „Der Ungläubige nimmt die Welt hin und kapituliert vor dem Sinnlosen. Der Gläubige behält das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit des Seins.“ Was die Zukunft der Kirche angeht, zeigt er sich dennoch skeptisch: „Es ist gut denkbar, dass die Kirchen auf das Maß von Sekten schrumpfen und der Glaube den meisten Menschen nur noch wie eine bloße Schrulle erscheinen wird. Aber dieses Scheitern des Christentums wäre noch nicht seine Widerlegung.“

Warum politische Korrektheit Missachtung bedeutet

Der Philosoph geht davon aus, dass die Anhänger der abrahamitischen Religionen, also Juden, Christen und Muslime, an denselben Gott glauben. Dennoch bleibe es sinnvoll, darüber zu streiten, „wie man über ihn sprechen muss, um richtig zu sprechen“. Wahrheit könne es ohne Gott nicht geben: „Sonst gibt es nur die vielen Perspektiven auf die Wirklichkeit. Die Wahrheit des Ganzen braucht die Gottesperspektive.“

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3 Comments

  1. @rhenus
    Nachtrag
    Als aus dem jüdischen Prediger Saulus um 45 n.C. der treue Jesusapostel Paulus wurde, der ihn auf jedem Schritt begleitete – im Original erfunden von Tertullian, Irinäus von Lyon und Chrysostomos um 180 n.C., da sperrt den Paulus überraschend der Nabatäerkönig Arethas IV aus Petra ins Gefängnis. Peinlich ist daran nur Arethas IV ist 40 n.C. verstorben.

    Paulus kooperiert als weiterer Beweis seiner Gefangennahme mit einem Clemens von Rom, nur der war zu dem Zeitpunkt ganze 7 Jahre alt und hatte nur Probleme mit der braunen Masse in seinen Windeln

    Es ist echt Scheiße, wenn die schönsten Märchen immer wieder von der bösen bösen Zeit zerstört werden – nichts was man mühsam erfindet hat eine Chance

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  2. @rhenus
    In der religiösen Schundtliteratur ist es in Hunderten Fällen normal, das noch nicht Lebende mit längst Toten kooperieren und/oder umgekehrt, einzig weil die Gläubigen mit dem Ein-mal-Eins simpler Zeitrechnung intellektuell total überfordert sind.

    Im Tanach absolut 150% sicher geschrieben 431 v.C. tritt ein Eliashib auf, der ein Zeitgenosse von Alexander dem Großen um 320 v.C. war. Der im April 4 v.C. verstorbene König Herodes verurteil den Lattenjupp als König von römisch Judäa 37 Jahre nach seinem Tod in Jerualem, obwohl er dort nie regierte

    Der Satz sollte wohl eher lauten „Der Gläugige akzeptiert jede Sinnlosigkeit, weil ihn die Realität geistig überfordert, während der Ungläubige die Realität versteht und er sich ihr anpaßt“

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  3. „Gläubige und Ungläubige unterscheide eine Sache“, sagt Spaemann im Spiegel-Interview: „Der Ungläubige nimmt die Welt hin und kapituliert vor dem Sinnlosen. Der Gläubige behält das Vertrauen in die Sinnhaftigkeit des Seins.“

    George Bernhard Shaw unterscheidet den vernünftigen und den unverbünftigen Menschen:

    The reasonsble man adapts himself to the world; the unreasonable one persists in trying to adapt the world to himself. Therefore all progress depends on the unreasonable man. 😉 😉

    Worher kannte der Dramatiker, Satiriker, Kritiker und Pazifist Bernhard Shaw eigentlich Robert Spaemann? 😉 😉 😉

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