Boko Haram: Politik frisst Ideal


Schock für die Welt: die Entführung von 200 Schulmädchen durch Boko Haram. Bild: reuters
Noch 1999 hofften viele Nigerianer auf die Scharia im Kampf gegen Korruption. Der Terror von Boko Haram zeigt nun, dass dieses Projekt gescheitert ist.

Von SARAH ELTANTAWItaz.de

Die Entführung der mehr als 200 Mädchen im Nordosten Nigerias hat die Welt schockiert. Für Kenner des Landes bestätigt sie, dass die „islamische“ Revolution in einem Land mit einer riesigen islamischen Gemeinde gescheitert ist. Bleibt zu hoffen, dass mit ihr auch die Korruption untergeht.

Im November 1999 gingen Zehntausende Nigerianer aus dem Norden auf die Straße und feierten die Ankündigung des damaligen Gouverneurs Ahmed Sani Yerima, dass er als erster nigerianischer Staatsmann im Bundesstaat Zamfara die Scharia einführen würde. Innerhalb von drei Jahren wurden dann zwei Bauersfrauen wegen Ehebruch zum Tode durch Steinigung verurteilt und später von einem islamischen Gericht freigesprochen (der internationale Aufschrei war massiv).

weiterlesen