Frühling der schwarzen Gotteskrieger


Extremistische Gotteskrieger werden von superreichen Potentaten am Golf unterstützt. (Im Bild: Kämpfer des Islamischen Dschihad), Picture Alliance
Drei Ursachen liegen dem Aufstieg der Terrorgruppe Isis zu Grunde: die Defizite der politischen Kultur im Nahen Osten, die Bigotterie der reichen Golfstaaten und das teuerste Militärabenteuer in der amerikanischen Geschichte. Aus dem „Arabischen Frühling“ ist ein „Frühling der schwarzen Gotteskrieger“ geworden.

Von Martin GehlenCicero

Die schwarzen Gotteskrieger stehen vor Bagdad, nach Syrien droht jetzt auch dem Irak der Zerfall. Was vor drei Jahren in Damaskus als friedliches Aufbegehren des Volkes gegen das Assad-Regime begann, könnte am Ende den gesamten fruchtbaren Halbmond verheeren. Aus dem „Arabischen Frühling“ ist – wie es scheint – ein „Frühling der Gotteskrieger“ geworden.

Drei Ursachen fließen in dieser Katastrophe zusammen. Erstens: die Defizite der orientalischen politischen Kultur, die unfähig ist zu tragenden Kompromissen und unbeirrbar in ihrem Autoritarismus. Zweitens: die Bigotterie der reichen Golfstaaten, deren gekrönte Emire und Monarchen sich als Bollwerk gegen Extremismus brüsten. Gleichzeitig finanzieren ihre reichen Ölprinzen blutrünstige sunnitische Gotteskrieger im Kampf gegen Damaskus und Bagdad, die sie als Handlanger des Iran ansehen. Drittens: das Erbe der amerikanischen Invasion, die USA bekommen jetzt die Schlussrechnung präsentiert für ihr wohl teuerstes Militärabenteuer aller Zeiten.

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3 Comments

  1. Der Artikel unterschlägt mal wieder den vierten, wichtigsten Punkt:
    Die Religion. Niemand, der nicht fanatisch an das Märtyrertum und das Paradies glaubt, gibt sich für so einen Scheiß hin.

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  2. Wie Wahr..wie Wahr…;-)

    „Das Gegenteil von „Gut“ sei eben nicht Böse, sondern „Gut gemeint.“?….Spruch wird Kurt Tucholsky oder auch Berthold Brecht zugesprochen. 😉

    „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“ – Spruch aus Dante Aligheri die „Göttlichen Komödie“ 😉

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  3. Die Eingriffe des Westens in die Politik dieser Drittwelt-Länder, so wie sie auch der Bundesbegrüßungsonkel Gauck im Stil „christlich gerechter Kriege“ fordert, die haben immer das Gegenteil dessen bewirkt wofür sie gedacht waren.

    Der US Eingriff in Indochina zu Rettung Frankreichs Kolonialismus hat den „Untergang“ des Westens in Fernost besiegelt (Douglas McArthur). Der Eingriff der USA in Afghanistan wird zum dauerhaften Religionsstaat der Taliban führen. So ähnlich wird es im Irak kommen, im Yemen usw. Nicht zu vergessen die diversen Militärdiktaturen auf Grundlage von Intrigen und der Unterstützung durch die CIA wie in Chile, Argentinien, Cuba, Iran, Ägypten usw.

    Der religiös motivierte Bekehrungseifer der Amerikaner, der z.B. mit der Prohibition erst die Mafia als organisiertes Verbrechen geschaffen hat, der bewirkt immer das Gegenteil dessen was gewollt wird. Das liegt vorrangig an der Fehleinschätzung der Realität durch Religioten, ihre rosarote Brille mit Jesusoptik blendet die Fakten aus

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