Warum hat niemand Angst vor Antibiotikaresistenzen?


Bild: geralt/Pixabay (CC0)
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Wie kann es sein, dass eine normalerweise so zur Furcht bereite Gesellschaft wie unsere, so völlig gleichgültig ihrer größten Bedrohung seit dem Schwarzen Tod entgegen driftet? Von Atomkraft bis Zucker gibt es inzwischen kaum noch etwas, das nicht breiten Kreisen der Bevölkerung Angst macht – auffällige Ausnahme ist die Bedrohung durch antibiotikaresistente Bakterien, die in den nächsten zwanzig Jahren nicht nur die Medizin auf den Stand von 1890 zurückwerfen wird, wenn wir nichts unternehmen. Warum treibt das Thema niemanden auf die Straße?

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Die populärsten Bedrohungen eint, dass sie neu und fremd sind, oft auch irgendwie technisch, und dass man sie als Laie nicht wirklich begreifen kann. Be-greifen auch im Wortsinne: Angst macht, was unsichtbar und deswegen unfassbar unserer Abwehr entzieht – Strahlung, oder dieser oder jener kompliziert benannte Stoff im Essen. Mit chemischen Bezeichnungen kann man sehr gut Angst machen. Sie klingen fremd, seltsam, irgendwie komisch.. doch sind sie konkret genug, etwas zu fürchten zu haben. Das Cäsium im Brot oder der Hirntumor, den die Handystrahlung bringt: Die neuen Monster unter dem Bett. Was sind Albträume ohne Gegenstand?

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