Wolfsburger Zukunftskongress: Blöd war gestern


Bild: BB
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Ein Zukunftskongress in Wolfsburg stellt neue Technologien aus Amerika vor. Sie sollen das Gehirn optimieren. Macht uns das klüger?

Von Stefan SchulzFrankfurter Allgemeine

Die Verteufelung der Religionen kennen wir, seit sich Richard Dawkins mit seiner Abarbeitung am egoistischen Gen zum Guru wissenschaftlicher Gewissheit aufschwang. Nun hören wir von seinen Jüngern. Sie wettern gegen eine neue „stille Religion“ derjenigen, die „die Natur anbeten“. Es geht ihnen um „die Kontrolle über den eigenen Körper“, darum, „ihn dem eigenen Willen zu unterwerfen“. Er, der das sagt, der Amerikaner Tim Cannon, gilt als Cyborg-Hacker, oder wie er sich selbst nennt: „Technofetischist.“ Am liebsten würde er mit Chips im Kopf seine Gefühle aus- und Konzentration einschalten können und die Welt durch die Augen seiner Kinder sehen. Doch das gehe nicht, „weil wir nicht in einer Gesellschaft leben, in der unsere Körper uns gehören“. Cannon leidet, er wartet darauf, sich der Unberechenbarkeit seines Schicksals entledigen zu können.

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