Krater-Geologie: Wie der Krieg die Erde formt


© beide Fotos: Photographisches Bild- und Film-Amt / public domain: Fort Douaumont vor (links) und nach der Schlacht von Verdun Das Fort Douaumont war ein Brennpunkt der Schlacht von Verdun im Jahr 1916. Etwa 400 000 Geschosse sollen hier eingeschlagen sein – allerdings gelang es nie, die Gebäude der Festung zu zerstören.
Der Krieg als geologische Kraft: Auf den alten Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs ist nicht einmal mehr das Grundgestein, was es einst war.

Von Lars FischerSpektrum.de

Der Erste Weltkrieg hat Europa verändert – auch geologisch. Der berüchtigte Grabenkrieg gestaltete Landschaften in einer Weise um wie kein Krieg zuvor, und die Folgen sind noch immer auf den früheren Schlachtfeldern zu erkennen. Nicht nur die Spuren der Gräben selbst sind bis heute an vielen Stellen der alten Front sichtbar, geblieben sind vor allem auch Folgen von Millionen Explosivgeschossen, die in den großen Schlachten wie bei Verdun oder an der Somme monatelang rund um die Verteidigungsanlagen einschlugen.

Die bis zu eine Tonne schweren Granaten zerstören nicht nur Häuser und Vegetation, sie zerwühlen und vermischen auch die Bodenschichten. Wo der Felsuntergrund nahe an der Oberfläche liegt, reißen die Explosionen Gesteinstrümmer heraus und zerbrechen den Fels bis in größere Tiefe. Es sind vor allem diese Krater, die selbst 100 Jahre später die Landschaften entlang der damaligen Schlachtfelder prägen.

weiterlesen