Irak: Al-Sadr bringt seine Bluthunde zurück


Muqtada al-Sadr, Bild: timesofisrael.com/youtube
Der radikale Milizenführer gibt sich politisch moderat, fordert eine Einheitsregierung für den Irak. Derweil weckt die Mobilmachung seiner Mahdi-Armee böse Erinnerungen.

Von Birgit SvenssonZEIT ONLINE

Moktada al-Sadr stimmt versöhnliche Töne an. Der frühere Schiitenrebell mit zorniger Mine, bekannt für wortgewaltige Propagandareden, fordert nun die sofortige Bildung einer Einheitsregierung, um der Bedrohung im Irak politisch zu begegnen. Seine Forderung kommt einen Tag nachdem der amtierende Premierminister Nuri al-Maliki dies abgelehnt hat und einen Rücktritt von seinem Posten strikt zurückweist.

Al-Sadr, mit dessen Unterstützung Al-Maliki vor vier Jahren seine zweite Amtszeit als Regierungschef bekam, hat sich inzwischen mit ihm überworfen, nennt ihn einen Diktator und reicht den Sunniten seine Hand: „Eine irakische Regierung muss den legitimen Rechten der moderaten Sunniten gerecht werden, die ausgeschlossen und marginalisiert sind.“ Er wolle neue Gesichter in einer Einheitsregierung. Soll heißen, er werde Al-Maliki nicht in seinem Streben nach einer dritten Amtszeit unterstützen. Der Premier hatte bei den Wahlen am 30. April zwar die meisten Stimmen gewinnen können, eine regierungsfähige Mehrheit hat er nicht.

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